In Lienz neigt sich eines der größten Hochwasserschutzprojekte der letzten Jahre dem Ende zu. Die Arbeiten am Iselsteg, der Sonnenlounge und dem neuen Naherholungsgebiet bei der Schlossbrücke sind gut im Zeitplan und werden zwischen April und Mai 2026 abgeschlossen. Die Verantwortlichen, das Baubezirksamt Lienz und das Bauamt der Stadtgemeinde Lienz, haben seit nunmehr drei Jahren während der Niedrigwasserphasen im Winter am Bachbett der Isel gearbeitet, um die Sicherheit der Anwohner nachhaltig zu gewährleisten. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik hebt die bautechnischen Herausforderungen hervor und betont die Bedeutung des Projekts für zukünftige Generationen.

Am 6. Februar 2026 fand eine Besichtigung des Großprojekts statt, an der auch lokale Schulen teilnahmen. Diese Veranstaltungen bieten nicht nur einen Einblick in die Fortschritte, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit zur Umweltbildung der jüngeren Generation. Der Großteil der Arbeiten soll vor dem Sommer 2026 abgeschlossen sein, wobei der Iselsteg bereits Ende April freigegeben wird. Im Mai 2026 folgt die Fertigstellung der Arbeiten an der Sonnenlounge und der Schlossbrücke.

Ökologische Ausgleichsmaßnahmen

Besonders hervorzuheben ist der neue Naherholungsbereich am Wasserrain bei der Schlossbrücke. Diese ökologische Ausgleichsmaßnahme beinhaltet einen kleinen Seitenarm der Isel und soll nicht nur die Lebensqualität in der Stadt erhöhen, sondern auch zur Renaturierung und zur Förderung der Flora und Fauna beitragen. Solche Maßnahmen sind in urbanen Gebieten wichtig, da sie helfen, die Durchgängigkeit der Gewässer zu verbessern und die Lebensräume für verschiedene Arten zu sichern.

Allerdings dauern die Arbeiten am rechten Iselweg etwas länger, da sie nicht direkt mit dem Hochwasserschutzprojekt verbunden sind. Hier wird ein neuer Unterbau mit verbesserter Entwässerung hergestellt, gefolgt von einer neuen Asphaltdecke. Diese Erneuerungen sind Teil einer umfassenderen Straßenerneuerung und tragen zur Sicherheit und Komfort der Anwohner bei.

Hochwasserschutz und Gewässerentwicklung

Die baulichen Maßnahmen zur Gewässerentwicklung in Siedlungsbereichen sind oft eingeschränkt, aber dennoch umsetzbar. Das Projekt in Lienz zeigt, wie wichtig es ist, Hochwasserschutz und ökologische Belange miteinander in Einklang zu bringen. Die Gestaltung naturnaher Gewässersohlen, wie sie auch in Lienz angestrebt wird, fördert die Strukturvielfalt und die Durchgängigkeit für Lebewesen. Ingenieurbiologische oder offene Bauweisen können dabei helfen, ökologischen Aufwertungen der Ufer zu ermöglichen und gleichzeitig die Standfestigkeit ökologischer Anlagen auch bei extremer Anströmung sicherzustellen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Fortschritte beim Hochwasserschutz an der Isel nicht nur eine wichtige bautechnische Errungenschaft darstellen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität und zur ökologischen Aufwertung des urbanen Raums in Lienz leisten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Berichten auf Osttirol Heute und Mein Bezirk.