In Lienz, einer malerischen Stadt in Tirol, neigt sich eines der größten Hochwasserschutzprojekte der letzten Jahre dem Ende zu. Das Hochwasserschutzprojekt an der Isel steht kurz vor dem Abschluss und wird, wie geplant, zwischen April und Mai 2026 vollständig fertiggestellt. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik bezeichnete das Vorhaben als einen bautechnischen Kraftakt, der langfristige Sicherheit für die Bevölkerung gewährleisten soll. Die Arbeiten, die über drei Jahre in winterlichen Niedrigwasserphasen im Bachbett der Isel durchgeführt wurden, liegen zeitlich im Plan. Neben dem Hochwasserschutz entstehen auch neue Fußgängerbereiche, ein Iselsteg und eine Isellounge, die die Lebensqualität der Bürger erhöhen sollen.
Das Projekt wird unter der Leitung des Baubezirksamtes Lienz und des Bauamtes der Stadtgemeinde realisiert. Der Bachbett wird Ende April 2026 wieder freigegeben, während die letzten Arbeiten im Mai 2026 abgeschlossen werden sollen. Eine Verzögerung am rechten Iselweg ist auf eine umfassende Straßenerneuerung zurückzuführen, die unabhängig von den Hochwasserschutzmaßnahmen erfolgt.
Details zum Hochwasserschutzprojekt
Der Spatenstich für das Hochwasserschutzprojekt fand am 5. Februar 2023 im Beisein von Bundesminister Totschnig statt. Ziel des Projekts ist nicht nur die Erhöhung des Hochwasserschutzes, sondern auch die Verbesserung des gewässerökologischen Zustands der Isel oberhalb des Zuflusses zur Drau. Insgesamt profitieren 549 Menschen und 92 Gebäude von diesen Maßnahmen, die mit Gesamtkosten von 14 Millionen Euro veranschlagt sind. Davon fließen rund 11,8 Millionen Euro in Form von Bundesmitteln in das Projekt, was 84,9 % der Gesamtkosten ausmacht.
Technisch betrachtet umfasst das Projekt mehrere Maßnahmen: Zum Beispiel wird die Isel um bis zu 2,5 Meter im schwer passierbaren Bereich oberhalb der Mündung in die Drau und der Pfarrbrücke vertieft. Auch die bestehende Ufermauer wird saniert, um die Stabilität zu gewährleisten. Um die Mittelpfeiler des Iselstegs zu entfernen und die Gefahr von Verklausungen zu reduzieren, wird das Tragwerk des Stegs angepasst. Ökologisch wird ein bestehender Katarakt abgebrochen, um ein fischpassierbares Querbauwerk zu schaffen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um den Hochwasserschutz zu verbessern und gleichzeitig die Lebensräume für die heimische Fauna zu fördern.
Renaturierung und lokale Maßnahmen
Die Notwendigkeit, Hochwasserereignisse durch Renaturierungsmaßnahmen zu entschärfen, ist in der heutigen Zeit unumstritten. Großteil der Fließgewässer und Auen kann Hochwasser nicht mehr ausreichend speichern. Verbaute und begradigte Fluss- und Bachläufe überfluten häufig nur bei extremen Hochwasserereignissen. Daher ist es wichtig, die Auenflächen von Bebauung freizuhalten und eine angepasste Nutzung zu fördern. Dezentrale hochwassermindernde Maßnahmen können die lokale Retention von Hochwasser unterstützen und sollten im gesamten Einzugsgebiet umgesetzt werden.
Das Projekt in Lienz ist ein Beispiel dafür, wie technische und ökologische Maßnahmen miteinander kombiniert werden können, um sowohl den Hochwasserschutz zu verbessern als auch die Umwelt zu schützen. Renaturierungsmaßnahmen, wie die Wiederanbindung von Altarmen und die Schaffung naturnaher Auenstrukturen, tragen dazu bei, Hochwasserwellen entlang des Fließwegs zu verzögern und zu mindern. Diese Kombination aus Maßnahmen hat das Potenzial, die Fließgeschwindigkeit zu verringern und ein größeres Rückhaltevolumen zu aktivieren, was für die Region von großer Bedeutung ist.
Für weitere Informationen zu diesem bedeutenden Projekt können Sie die vollständigen Artikel auf Osttiroler Bote und BMLUK nachlesen.