Die Stadt Lienz steht vor einem bedeutenden Meilenstein im Hochwasserschutz. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik kündigte bei einer Pressekonferenz den beeindruckenden Fortschritt des Hochwasserschutzprojekts an der Isel an. Mit einem Budget von 14 Millionen Euro gehört dieses Vorhaben zu den größten in Tirol der letzten Jahre. Nach drei Jahren intensiver Bauarbeiten, die während der Niedrigwasserphasen im Winter stattfanden, befinden sich die Arbeiten nun in der finalen Phase.
Aktuell wird die Stahlkonstruktion für den neuen Iselsteg installiert, während Zementarbeiten aufgrund der Wetterbedingungen nur bei Plusgraden durchgeführt werden können. In einem weiteren Schritt wird die Baustraße abgetragen, die zuvor für den Transport der Materialien genutzt wurde. Durch die Tieferlegung des Bachbettes wird die Stadt ab dem kommenden Frühjahr vor einem hundertjährigen Hochwasser geschützt. Dies geschieht mit einem zusätzlichen Meter Freibord über der HQ100-Berechnung von 770 Kubikmetern Wasser pro Sekunde, was die Sicherheit der Anwohner langfristig gewährleistet.
Lebensqualität und Naherholung
Doch nicht nur der Hochwasserschutz ist ein zentrales Anliegen dieses Projekts. Die Bürgermeisterin betont, dass auch die Lebensqualität in der Stadt erhöht werden soll. Die Isel wird für die Öffentlichkeit erlebbarer gemacht, indem neben dem neuen Steg eine Sonnenlounge und großzügige Fußgängerbereiche entstehen. Insbesondere der neue Naherholungsbereich am Wasserrain bei der Schlossbrücke wird ein kleiner Seitenarm der Isel geschaffen, der als Fortpflanzungsort für Fische dient.
Parallel zur Pressekonferenz fanden Führungen für Schulklassen statt, die den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit boten, sich über die Bauarbeiten zu informieren. Laut dem Zeitplan sollen die Arbeiten im Bachbett bis Ende April 2026 abgeschlossen sein, gefolgt von der Freigabe des Iselstegs. Im Mai 2026 ist zudem die Fertigstellung der Sonnenlounge und der Schlossbrücke geplant. Die Arbeiten am rechten Iselweg dauern hingegen länger, da sie Teil einer Straßenerneuerung sind und nicht direkt mit dem Hochwasserschutzprojekt verbunden sind.
Technische Herausforderungen und ökologische Aufwertung
Die bautechnischen Herausforderungen dieses Projekts sind nicht zu unterschätzen. Die Ingenieure arbeiten daran, die Durchgängigkeit des Gewässers zu verbessern, während gleichzeitig der Hochwasserschutz gewährleistet bleibt. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da bauliche Eingriffe in Siedlungsbereichen oft eingeschränkt sind. Dennoch sind Renaturierungsmaßnahmen wie der Rückbau von Querbauwerken und die Installation von Auf- und Abstiegshilfen entscheidend für den Erhalt der Flora und Fauna in der Region.
Die Kombination aus Hochwasserschutz und ökologischer Aufwertung ist ein zukunftsweisender Ansatz. Strukturreiche Sohlen und naturnahe Gewässerentwicklungen sind nicht nur für die Tierwelt von Bedeutung, sondern tragen auch zur Attraktivität des Lebensraums für die Menschen in Lienz bei. Ingenieurbiologische Bauweisen könnten hierbei eine entscheidende Rolle spielen, indem sie die ökologischen Aspekte in urbanen Gebieten fördern.
Die Bürgermeisterin bedankte sich bei allen Planern, Firmen und Arbeitern für ihr Engagement sowie bei der Bevölkerung für ihr Verständnis während der Bauzeit. Dieses Großprojekt wird nicht nur den Hochwasserschutz in Lienz verbessern, sondern auch die Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger nachhaltig erhöhen. Weitere Informationen zu den Fortschritten dieses wichtigen Vorhabens finden Sie in der [Kleine Zeitung](Kleine Zeitung) und auf [MeinBezirk](MeinBezirk).