In Lienz, einer malerischen Stadt in Osttirol, steht das Hochwasserschutzprojekt an der Isel kurz vor seinem Abschluss. Nach drei Jahren intensiver Arbeit, die überwiegend in den Niedrigwasserphasen des Winters durchgeführt wurden, sind die letzten Maßnahmen in Sicht. Die Bürgermeisterin von Lienz, Elisabeth Blanik, hebt die bautechnischen Herausforderungen hervor, die mit dem Projekt verbunden sind, und betont, dass es langfristige Sicherheit für die Bevölkerung bieten wird. Die Fertigstellung des Iselstegs, der Sonnenlounge und des Naherholungsgebiets bei der Schlossbrücke ist zwischen April und Mai 2026 geplant. Der Großteil der Arbeiten soll bereits vor dem Sommer 2026 abgeschlossen sein.

Das Hochwasserschutzprojekt hat nicht nur das Ziel, die Stadt vor möglichen Überschwemmungen zu schützen, sondern auch die Lebensqualität der Bürger zu erhöhen. Der neue Naherholungsbereich am Wasserrain bei der Schlossbrücke wird geschaffen, inklusive eines kleinen Seitenarms der Isel. Die baulichen Maßnahmen umfassen auch neue Sitzstufen am Wasser sowie eine neue Promenade am rechten Iselweg. Diese Investitionen tragen dazu bei, dass die Stadt näher ans Wasser rückt und ein einladendes Ambiente schafft.

Finanzierung und Schutzmaßnahmen

Die finanziellen Mittel für dieses umfassende Projekt belaufen sich auf 83,5 Millionen Euro, die über einen Zeitraum von fünf Jahren in den Schutz vor Naturgefahren in Osttirol investiert werden. Rund 100 Gebäude und eine Fläche von 150.000 Quadratmetern werden durch diese Maßnahmen geschützt. Der Bund trägt dabei 85 Prozent der Investitionen, während die Stadtgemeinde Lienz 15 Prozent sowie einen Sonderbeitrag beisteuert.

Im Rahmen des Projekts wird die Isel um bis zu 2,5 Meter eingetieft, was entscheidend ist, um die Stadt vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis zu schützen. Historische Hochwasserereignisse, wie die von 1965 oder die aktuellen Überschwemmungen im August 2020 und 2022, haben gezeigt, wie wichtig solche Schutzmaßnahmen sind. Der Iselsteg wird ohne Pfeiler im Fluss neu errichtet, um mögliche Verklausungen zu reduzieren, und die Geschiebemessstelle wird nach Oberlienz verlegt.

Ökologische Aspekte und Renaturierung

Neben dem Hochwasserschutz verfolgt das Projekt auch das Ziel, den ökologischen Zustand der Isel zu verbessern. Die Renaturierung von Fließgewässern spielt dabei eine zentrale Rolle. Viele Flüsse sind aufgrund von Bebauung und Begradigung nicht mehr in der Lage, Hochwasser zu speichern. Daher ist es wichtig, die Auenflächen von Bebauung freizuhalten und das Gewässer so zu gestalten, dass es frühzeitig über die Ufer treten kann. Dezentrale hochwassermindernde Maßnahmen, die im gesamten Einzugsgebiet umgesetzt werden, unterstützen die lokale Retention von Hochwasser und können die Fließgeschwindigkeit verringern.

Die Kombination von Hochwasserschutzmaßnahmen mit Renaturierungsprojekten wird als besonders effektiv angesehen. Beispiele hierfür sind die Etablierung hochwasserwirksamer Ufergehölze und die Reaktivierung von Altarmen. Solche Maßnahmen tragen dazu bei, das Rückhaltevolumen zu erhöhen und den Abfluss aus Gewässerabschnitten zu mindern. In Lienz wird durch das Hochwasserschutzprojekt nicht nur die Sicherheit der Bevölkerung erhöht, sondern auch ein ökologisch wertvoller Lebensraum geschaffen.

Insgesamt zeigt das Hochwasserschutzprojekt an der Isel in Lienz, wie technische Innovation und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen können, um eine nachhaltige Zukunft für die Stadt und ihre Bewohner zu sichern. Weitere Informationen zu diesem Projekt sind in der detaillierten Beschreibung auf MeinBezirk und den offiziellen Pressemitteilungen der Tiroler Landesregierung zu finden Tirol.gv.at.