In den letzten Tagen hat die Feuerwehr Lienz aufgrund eines Großbrandes auf dem Recyclinghof der Firma Rossbacher in Nußdorf-Debant viel Aufmerksamkeit erhalten. Der Einsatz, der mehrere Tage dauerte, erforderte das Engagement von 930 Kräften aus 72 Feuerwehren, unterstützt von Spezialeinsatzkräften aus Deutschland und Südtirol. Glücklicherweise gab es keine Schwerverletzten oder Todesfälle, allerdings belaufen sich die Schäden am Material auf mehrere Millionen Euro, die größtenteils durch Versicherungen und Zuschüsse des Landes abgedeckt werden.
Besonders betroffen von den Schäden ist die Feuerwehr Lienz, die eine Schadenssumme von fast 300.000 Euro verzeichnen muss. Unter den Verlusten ist auch die Drehleiter der Feuerwehr Lienz, die stark beschädigt wurde, sowie ein 26 Jahre altes Löschtankfahrzeug der Stadtgemeinde Lienz, das ebenfalls zerstört wurde. Um den Bedarf an Löschfahrzeugen zu decken, hat die Stadtgemeinde Lienz bereits ein neues Löschfahrzeug bestellt, dessen Lieferung jedoch zwei Jahre in Anspruch nehmen wird.
Interkommunale Nachbarschaftshilfe
In einer Geste der Solidarität hat die Gemeinde Nußdorf-Debant entschieden, der Stadt Lienz ein ausrangiertes Tanklöschfahrzeug (Baujahr 1991) zur Verfügung zu stellen. Dieses Fahrzeug war ursprünglich als Geschenk an das Land Tirol für ein Projekt in ehemaligen jugoslawischen Republiken geplant. Aufgrund versicherungstechnischer Gründe wurde jedoch ein Schenkungsvertrag anstelle eines Leihvertrages notwendig. Nach zwei Jahren wird das Fahrzeug von Lienz zurückgegeben und soll dann an das Land Tirol geschenkt werden, was die interkommunale Nachbarschaftshilfe weiter festigt.
Die Herausforderungen für die Feuerwehr Lienz nehmen jedoch nicht ab. In der Nacht auf Sonntag gab es einen weiteren Einsatz in der Stadt, als ein Altpapiercontainer in der Michael Gamper-Straße gegen 2.20 Uhr in Brand geriet. Dieser Brand beschränkte sich glücklicherweise auf den Aluminiumcontainer und den Kunststoffdeckel, und die Freiwillige Feuerwehr Lienz konnte den Brand schnell löschen. Die Schadenssumme ist derzeit unklar und die Polizei ermittelt gegen Unbekannt wegen Verdacht der Sachbeschädigung. Solche Vorfälle werfen ein Licht auf die Gefahren, die im städtischen Raum lauern und die die Feuerwehr ständig im Blick behalten muss.
Statistik und Brandschutz
Die Bedeutung einer gut ausgestatteten Feuerwehr wird nicht nur durch aktuelle Ereignisse wie die Brände in Lienz deutlich, sondern auch durch umfassende Statistiken, die die Risiken von Gebäudebränden bewerten. Die vfdb-Brandschadenstatistik ist ein solches Beispiel, das seit über einem Jahrzehnt Daten zur Brandursachenstatistik, polizeilichen Kriminalstatistik und weiteren relevanten Quellen zusammenführt. Diese Daten sind entscheidend, um fundierte Entscheidungen im Brandschutz zu treffen und um die Feuerwehr auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.
Insbesondere die Erkenntnisse über Brandursachen sind von großer Bedeutung. Küchen sind mit 27 % der Brandentstehungen der häufigste Ort für Gebäudebrände, und die meisten Brände ereignen sich in Wohngebäuden. Es ist auch bekannt, dass Brände zwischen 23 Uhr und 4 Uhr größere Schäden verursachen, obwohl sie seltener auftreten. Diese Statistiken helfen nicht nur bei der Risikobewertung, sondern bieten auch wertvolle Einsichten, um zukünftige Brände zu verhindern.
Insgesamt zeigt sich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und die ständige Weiterbildung im Brandschutz sind, um auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein. Die Feuerwehr Lienz und ihre Nachbarn stehen vor der Aufgabe, ihre Ausrüstung und Strategien zu verbessern, um solche Einsätze in der Zukunft noch effektiver zu bewältigen.