In Lienz wird ein Kapitel der Modegeschichte geschlossen: Barbara Schusteritsch verabschiedet sich nach 18 Jahren von ihrem Geschäft „Bobs Fashion“, das nicht nur ein Herzensprojekt, sondern auch ein wichtiger Treffpunkt für die Gemeinschaft war. Die Entscheidung, das Geschäft in der Pfarrgasse zu schließen, fiel der 41-Jährigen nicht leicht. „Bobs Fashion“ war während ihrer Gründung inmitten einer Wirtschaftskrise ein mutiger Schritt, der von vielen skeptisch betrachtet wurde. Doch Schusteritsch ließ sich nicht entmutigen und entwickelte ihr Label, das über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt wurde (Kleine Zeitung).

Die Reise begann, als die Absolventin der Salzburger Modeschule Hallein im Alter von 23 Jahren ihre Schneiderwerkstatt in einem 38 Quadratmeter großen Raum in der Schweizergasse eröffnete. Nach zehn Jahren entschied sie sich für einen Umzug in modernere Räumlichkeiten im ehemaligen Glöcklturm in der Pfarrgasse, wo sie mehr Platz für ihre kreativen Entfaltungsmöglichkeiten fand. Diese neue Fläche ist mehr als dreimal so groß wie die alte und bietet durch die Glasfassade eine erhöhte Sichtbarkeit für Passanten. In ihrer Werkstatt werden handgenähte Kleidungsstücke und eigene Entwürfe gefertigt, wobei die Produktpalette von Maßanfertigungen über Haute-Couture-Kleider bis hin zu Hotelausstattungen reicht (Tiroler Tageszeitung).

Ein neues Kapitel in Schlaiten

Mit dem bevorstehenden Ende ihrer Zeit in Lienz plant Schusteritsch, ein neues Kapitel in Schlaiten zu beginnen. Ihre Entscheidung spiegelt nicht nur eine persönliche Neuausrichtung wider, sondern auch den Trend zur Wertschätzung von lokalem Handwerk. In einer Zeit, in der die Modeindustrie sich zunehmend um Nachhaltigkeit und lokale Produktion dreht, zeigen Schusteritsch‘ Ansätze, wie traditionelle Fertigungstechniken und moderne Designansätze sich harmonisch verbinden lassen. Die Slow Fashion Bewegung, die für umweltfreundliche und ethisch produzierte Kleidungsstücke wirbt, gewinnt an Bedeutung und wird von Verbrauchern immer mehr geschätzt (Firmen-Ratgeber).

Schusteritsch‘ Engagement für Qualität und Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur in der Herstellung ihrer Kollektionen, sondern auch in der Beschaffung der Materialien, die aus der Europäischen Union stammen. Sie verzichtet auf Massenfertigung im Ausland und setzt stattdessen auf faire Produktionsbedingungen. Ihre Kollektionen, die in Kleinserien von Hand gefertigt werden, verkörpern die Prinzipien von Slow Fashion, indem sie ästhetisch ansprechend und zugleich umweltfreundlich sind.

Verborgene Schätze und die Zukunft der Mode

Die Schließung von „Bobs Fashion“ ist mehr als nur das Ende eines Geschäfts; sie ist auch ein Symbol für den Wandel in der Modebranche hin zu lokalem Handwerk und nachhaltiger Produktion. Die Handwerkskunst gewinnt zunehmend an Bedeutung, da Designer und Verbraucher die Qualität und Einzigartigkeit handgefertigter Produkte schätzen. Produkte, die mit traditionellen Techniken und modernen Designansätzen hergestellt werden, bieten nicht nur exquisite Qualität, sondern erzählen auch Geschichten von kulturellem Erbe und Präzision.

In einer Welt, in der das Bewusstsein für die Herkunft von Kleidung wächst, bleibt zu hoffen, dass Barbara Schusteritsch in Schlaiten weiterhin ihre Vision von kreativer, regionaler und stylischer Mode umsetzen wird. Die Verbindung von traditionellem Handwerk und modernen Ansätzen könnte nicht nur ihre eigene Karriere neu beleben, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wirtschaft leisten und die Werte von Slow Fashion weiter verbreiten.