Heute ist der 10.02.2026 und in Tirol herrscht eine besorgniserregende Situation: Die Lawinengefahr ist hoch. Jährlich verlieren rund 100 Menschen ihr Leben durch Lawinenunfälle in den Alpen. Aktuell sehen wir vor allem bei uns in Tirol die Gefahrenstufen 3 und in Teilen von Osttirol sogar 4. Für Wintersportler, die sich in die schneebedeckten Berge wagen, ist es unerlässlich, sich über die aktuelle Lawinenlage zu informieren und sich verantwortungsvoll zu verhalten. Eine gute Anlaufstelle hierfür sind die Lawinenwarndienste, die die Gefahrenstufen von 1 (gering) bis 5 (sehr groß) ausgeben. Gebiete mit höheren Gefahrenstufen sollten unbedingt gemieden werden.
Die Tiroler Landesregierung empfiehlt unerfahrenen Wintersportlern, auf markierten Pisten zu bleiben und ungesicherte Gebiete zu meiden. Um sicher in den Bergen unterwegs zu sein, sind einige wichtige Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Dazu gehört die sorgfältige Planung der Touren und das Informieren über potenzielle Gefahrenstellen. Ein unverzichtbares Hilfsmittel ist das Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), welches auf einer Frequenz von 457 kHz sendet. Es ist lebenswichtig, dieses Gerät beim Skifahren auf „senden“ zu stellen und im Notfall auf „empfangen“ umzuschalten. Neben dem LVS sind auch eine Lawinensonde und eine Lawinenschaufel notwendig, um verschüttete Personen schnell freizulegen und zu retten.
Technische Hilfsmittel und Störquellen
Der Einsatz moderner Technik kann die Sicherheit in den Bergen erhöhen, birgt jedoch auch Risiken. So haben in den letzten Jahren Untersuchungen gezeigt, dass elektronische Störquellen die Funktionalität von LVS-Geräten beeinträchtigen können. Viele Anwender:innen sind sich nicht bewusst, dass Geräte wie Handys, Kameras oder GPS-Uhren als aktive Störquellen fungieren können und das LVS-Signal überlagern. Daher ist es ratsam, elektronische Geräte während der LVS-Suche auszuschalten und Abstandsregeln einzuhalten. Insbesondere bei Grobsuchen und Signalsuchen wurden teils erhebliche Störungen festgestellt, die durch ältere Softwareversionen von Airbagsystemen verstärkt wurden. Hersteller sollten diese Problematik in zukünftigen Softwareupdates berücksichtigen, um die Sicherheit der Wintersportler zu erhöhen.
Elektronisch ausgelöste Lawinenairbags erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, da sie Vorteile gegenüber mechanischen Systemen bieten, wie mehrfaches Auslösen mit einer einzigen Batterieladung. Allerdings können sie auch als Störquelle für LVS-Geräte agieren. In Feldtests zeigte sich, dass bestimmte Modelle, wie das Alpride E1-System, signifikante Störungen verursachten, während das Jetforce-System von Pieps in älteren Softwareversionen ebenfalls Störungen aufwies, die durch Updates verringert wurden.
Vorbereitung und Training
Um sicher im Gelände unterwegs zu sein, beginnt die Sicherheit bereits zu Hause mit einer soliden Vorbereitung. Skitourengehen boomt, doch moderne Ausrüstung kann kein Wissen, Erfahrung und Training ersetzen. Es ist von entscheidender Bedeutung, den Lawinenlagebericht richtig zu interpretieren und die Tour selbstständig zu planen. Dabei spielen eigene Beobachtungen wie Windzeichen, Geräusche und Risse im Schnee eine wesentliche Rolle.
Die richtige Anwendung der Notfallausrüstung ist unerlässlich: Das LVS-Gerät sollte immer am Körper getragen werden, nie im Rucksack. Es ist wichtig, regelmäßig mit der Ausrüstung zu üben, um im Ernstfall schnell und effektiv handeln zu können. Auch die Länge der Lawinensonde und die Qualität der Schaufel sind entscheidend. Eine robuste Sonde aus Aluminium mit einer Länge von 240 bis 280 cm hilft, den genauen Punkt zum Graben zu bestimmen. Die Schaufel sollte aus leichtem Material bestehen und mit einem Teleskopstiel ausgestattet sein, um die Bergung zu erleichtern.
Abschließend ist es wichtig zu betonen, dass die Sicherheit in den Bergen nicht nur von der Ausrüstung abhängt, sondern vor allem von den Kenntnissen und Erfahrungen der Wintersportler. Die richtige Vorbereitung, das Verständnis für die Gefahren der Natur und die Beachtung von Warnsignalen sind entscheidend, um das Risiko von Lawinenunfällen zu minimieren. Informieren Sie sich gründlich, üben Sie regelmäßig und setzen Sie Ihre Kenntnisse in der Praxis um – nur so können Sie sicher durch die winterlichen Berge Tirols navigieren. Weitere Informationen finden Sie in den Artikeln von Allgäuer Zeitung, Berg und Steigen und Intersport.