Am 12. März fand in der Aula des BRG/BORG Landeck ein aufschlussreicher Vortrag von Dr. Thomas Guggenberger statt, einem Agrarwissenschaftler und Leiter des Instituts für Nutztierforschung an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Der Vortrag mit dem Titel „Am Ende der Klimaschuld – Entlastung“ stellte eine gelungene Mischung aus wissenschaftlicher Einordnung, persönlicher Reflexion und praxisnahen Ansätzen dar. Organisiert wurde die Veranstaltung von KLAR! sowie den Obst- und Gartenbauvereinen Grins und Fließ.
Im Mittelpunkt von Guggenbergers Ausführungen stand ein konstruktiver Umgang mit dem Klimawandel. Er plädierte dafür, Schuldzuweisungen und Ängste zu vermeiden und stattdessen den Fokus auf konkrete Handlungsmöglichkeiten und Anpassungsstrategien zu legen. Eine eindrucksvolle Metapher, die er verwendete, war das Bild eines Motorradfahrers in einer Kurve, welches die Herausforderungen verdeutlichen sollte, vor denen sowohl der Mensch als auch die Erde stehen.
Die Resilienz der Erde und die Rolle von Treibhausgasen
Dr. Guggenberger betonte, dass die Erde viel resilienter ist, als wir oft glauben. Besonders in Bezug auf die Treibhausgase ist es wichtig zu verstehen, dass Kohlendioxid (CO2) als langfristiger Haupttreiber der Erderwärmung gilt. Es bleibt über lange Zeit in der Atmosphäre und macht über 87% der Treibhausgase in Deutschland aus. Methan hingegen hat zwar eine kürzere Lebensdauer, ist jedoch kurzfristig viel schädlicher: Es ist über 100 Jahre 28 Mal und über 20 Jahre mehr als 80 Mal so schädlich wie CO2 und trägt seit der industriellen Revolution zu 30% der Erderwärmung bei.
Ein Grundproblem der Klimaerwärmung bleibt die Verwendung fossiler Energien. Diese sind nicht nur endliche Rohstoffe, sondern ihre Nutzung führt unweigerlich zur fortschreitenden Klimaerwärmung, bis diese Energieträger erschöpft sind. Der Vortrag stellte auch einen Schlussappell für mehr Effizienz und Sparsamkeit in unserem Konsumverhalten dar, etwa im Bereich der Fast Fashion.
Handlungsansätze zur Reduktion von Treibhausgasen
Die Reduktion von Methan könnte die Erderwärmung schnell abschwächen, was auch durch den Global Methane Pledge (GMP) unterstützt wird. Dieser zielt darauf ab, die Methan-Emissionen bis 2030 weltweit um 30% zu reduzieren. 159 Länder und die EU haben sich dazu verpflichtet, was Hoffnung auf eine positive Wende gibt. In Deutschland ist der Methan-Ausstoß seit 1990 um etwa zwei Drittel gesunken, jedoch bleibt die Landwirtschaft die größte Methan-Quelle, die 76% der Emissionen ausmacht.
Die Internationalen Energieagentur (IEA) sieht das größte Einsparpotenzial in der Reduktion der fossilen Energieträger. Laut dem Umweltbundesamt entfallen in Deutschland die Treibhausgasemissionen zu 87,1% auf CO2, 6,5% auf Methan und 4,6% auf Lachgas. Die Treibhausgase werden in Kohlendioxid-Äquivalenten angegeben, was Vergleiche zwischen Ländern ermöglicht. In diesem Kontext ist es entscheidend, sowohl Methan als auch CO2 zu reduzieren, um die globale Temperatur zu stabilisieren.
In den vergangenen Jahren gab es bei der UN-Klimakonferenz in Belém Verhandlungen über Maßnahmen zur Verlangsamung der Erderwärmung, an denen fast 200 Staaten teilnahmen. Trotz vieler Absichtserklärungen bleibt die konkrete Umsetzung oft hinter den Erwartungen zurück. Die Herausforderung bleibt: Wie begegnen wir der Klimaerwärmung, ohne in alte Muster zurückzufallen? Der Vortrag von Dr. Thomas Guggenberger hat hier wichtige Denkanstöße geliefert. Weitere Informationen finden Sie in der Quelle.





