Am Sonntag, dem 22. Februar 2026, gegen 13:30 Uhr, ereignete sich im Skigebiet von See in Tirol ein Lawinenabgang, der einen großangelegten Einsatz der Rettungskräfte nach sich zog. Wintersportler berichteten der Pistenrettung, dass oberhalb des Kinderlandes eine Lawine abgegangen sei. In der Folge wurde unverzüglich eine Suchaktion gestartet, da zunächst unklar war, ob Personen verschüttet wurden.
Der betroffene Skiweg war auf einer Länge von etwa 80 Metern teilweise durch eine Hangrutschung betroffen. Die Lawine löste sich aus einer bis zu 45 Grad steilen, nord-west ausgerichteten Böschung. Um das Gebiet abzusuchen, kamen verschiedene Suchmethoden zum Einsatz, darunter LVS-Geräte, Recco-Detektoren, Lawinensuchhunde und Sondierketten. Glücklicherweise konnte gegen 14:15 Uhr Entwarnung gegeben werden: Es wurden keine verschütteten Personen oder Verletzten gefunden. Im Einsatz waren die Pistenrettung der Bergbahnen See, die Bergrettung See, Lawinenhunde, die Notarzthubschrauber „C 5“ und „Robin 3“, Mitglieder der Skischule See, freiwillige Helfer sowie die Alpinpolizei. Weitere Details zu diesem Vorfall finden Sie in der Pressemitteilung der Polizei Tirol.
Die Gefahren von Lawinen
Lawinen gehören zu den gefährlichsten Naturereignissen in Gebirgsregionen und fordern weltweit jedes Jahr zahlreiche Menschenleben. Allein in Europa sind es jährlich zwischen 150 und 200 Todesfälle, während in Nordamerika etwa 70 bis 100 Menschen durch Lawinen zu Tode kommen. In Österreich sind es durchschnittlich 25 bis 30 Lawinentote pro Jahr, was stark von Wetter- und Schneeverhältnissen abhängt. Ein Großteil der Opfer, etwa 70 bis 80 %, sind Freizeit-Skifahrer, Snowboarder oder Tourengeher, die abseits gesicherter Pisten unterwegs sind. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf Anderswandern.de.
Das Risiko für Lawinenunfälle ist in der Regel zwischen Dezember und März am höchsten, insbesondere nach starkem Schneefall oder plötzlichen Temperaturwechseln. Besonders gefährdet sind Freerider und Skitourengeher, die oft abseits der gesicherten Routen unterwegs sind. Die Ursachen für diese Unfälle sind vielfältig und reichen von natürlichen Auslösern wie Schneefall und Wind bis hin zu menschlichem Verhalten, das oft unvorsichtig ist.
Prävention und Sicherheit
Um Lawinenunfälle zu vermeiden, ist eine fundierte Ausbildung in Lawinenkunde und Risikomanagement von entscheidender Bedeutung. Die richtige Ausrüstung, wie LVS-Geräte, Sonden, Schaufeln und Helme, sowie das ständige Überprüfen der Lawinenlage durch aktuelle Bulletins und Wetterberichte, können Leben retten. Zudem ist es wichtig, in Gruppen richtiges Verhalten zu praktizieren und stets Fluchtwege zu kennen. Die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einer Verschüttung liegt über 90 %, wenn innerhalb von 15 Minuten Hilfe geleistet werden kann.
In Anbetracht der aktuellen Ereignisse ist es entscheidend, dass Wintersportler sich der Gefahren bewusst sind und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Prävention und verantwortungsvolles Verhalten sind der Schlüssel, um in den Alpen sicher unterwegs zu sein und das traumhafte Wintererlebnis in vollen Zügen zu genießen.