Die Bergrettung Tirol hat im Jahr 2025 einen neuen Rekord bei den Einsatzzahlen verzeichnet. Insgesamt rückten die ehrenamtlichen Retter 4.019 Mal aus, was ein Plus von 550 Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Diese Zahl ist bemerkenswert, da sie erstmals die 4.000-Marke überschreitet. Ein Großteil der Einsätze, nämlich 2.793, wurde über die Leitstelle Tirol alarmiert, während 1.226 Einsätze in den beliebten Skigebieten stattfanden. Besonders auffällig ist die wetterabhängige Natur der Einsätze: Schönes Wetter und eisige Verhältnisse auf den Skipisten führten zu häufigeren Notfällen.
Wenn man sich die Einsatzzahlen genauer anschaut, wird deutlich, dass der Bezirk Kitzbühel mit 28% die meisten Einsätze verzeichnete, gefolgt von Reutte mit 15% und Imst mit 10%. Im Bezirk Landeck, wo etwa 280 Einsätze stattfanden, entfällt lediglich 7% der Gesamteinsätze. Dieser geringere Anteil ist vor allem auf die Pistenrettungen in größeren Skigebieten zurückzuführen. Interessanterweise machen Skiunfälle im Bezirk Landeck lediglich 12% der Einsätze aus, im Vergleich zu tirolweit 34%. Der häufigste Einsatzort in Landeck sind Wanderwege, die für 17% der Einsätze verantwortlich sind.
Ehrenamtliche Bergretter und ihre Ausbildung
In Tirol sind insgesamt 4.161 Bergretter aktiv, davon 318 Frauen, verteilt auf 91 Ortsstellen. Im Bezirk Landeck engagieren sich 398 Bergretter und 26 Bergretterinnen, ergänzt durch 68 Anwärter und 12 Anwärterinnen. Die Ausbildung ist umfassend: Eine zweijährige Grundausbildung sowie regelmäßige Fortbildungen sind für alle Retter verpflichtend. Diese hohe Qualifikation stellt sicher, dass die Bergretter in der Lage sind, unter den vielfältigen und oft herausfordernden Bedingungen zu helfen.
Die Finanzierung der Einsatzausrüstung erfolgt durch die Verrechnung der Einsätze sowie durch Subventionen des Landes Tirol. Zudem unterstützen rund 20.000 Förderer die Bergrettung finanziell. Eine Fördermitgliedschaft kostet 36 Euro pro Jahr und bietet umfassenden Versicherungsschutz für Unfälle am Berg und im Wasser. Die Versicherungssumme beträgt 30.000 Euro pro Person für Bergungskosten und gilt weltweit, was für viele Bergsportler ein zusätzlicher Anreiz sein könnte, sich abzusichern.
Statistiken und Unfallursachen
Die Einsatzzahlen im Bezirk Landeck setzen sich aus verschiedenen Kategorien zusammen: 56% der Einsätze sind Bergunfälle, 12% Skiunfälle und 12% Verkehrsunfälle. Auch Suchaktionen machen 6% der Einsätze aus. Bezogen auf das Gelände sind 17% der Einsätze auf Wanderwege, 13% im freien Gelände und 12% auf Downhillradstrecken. Die häufigsten Aktivitäten, bei denen Unfälle passieren, sind Wandern (26%), Mountainbiken (16%) und Skifahren (9%).
Insgesamt sind 31% der Einsätze auf Stürze zurückzuführen, gefolgt von 12% anderen Ursachen, 11% Ausrutschen und 9% medizinischen Notfällen. Besonders bemerkenswert ist die Nationalität der verunfallten Personen: 50% kommen aus Deutschland, 21% aus Österreich und 9% aus den Niederlanden.
Für weitere Informationen zu den Einsatzzahlen und zur Bergrettung Tirol können Sie die entsprechenden Berichte auf den Webseiten Rundschau und Bergrettung Tirol finden. Aktuelle Themen rund um die Bergrettung werden auch auf ORF Tirol behandelt.