Im Bezirk Landeck zeigt der Arbeitsmarkt eine bemerkenswerte Stabilität, trotz eines bundesweiten und tiroler Trends der Abkühlung. Nach den neuesten Informationen ist die Arbeitslosigkeit im Jahr 2025 leicht gesunken, mit einer Arbeitslosenquote von 5,8%, was einem Rückgang um 0,1 Prozentpunkte entspricht. Durchschnittlich waren im Bezirk 21.552 Menschen unselbstständig beschäftigt, was einem Rückgang von 0,5% entspricht. Aktuell sind 1.327 Personen auf Arbeitssuche vorgemerkt, während AMS-Leiter Gerhard Kubin die Robustheit des Arbeitsmarktes betont.
Im Jahr 2025 gab es insgesamt 8.538 Zugänge in die Arbeitslosigkeit, was 192 weniger als im Vorjahr bedeutet. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit liegt bei 44 Tagen, und erfreulicherweise sind nur 8 Personen länger als ein Jahr beim AMS vorgemerkt – vier weniger als im Vorjahr. Fünf Monate Vollbeschäftigung konnten im Bezirk verzeichnet werden, was ein positiver Indikator für die regionale Wirtschaft ist.
Fachkräftemangel und demografische Herausforderungen
Eine der größten Herausforderungen, die den Arbeitsmarkt beeinflusst, ist der Fachkräftemangel, der sich mittlerweile zu einem generellen Arbeitskräftemangel ausgeweitet hat und nahezu alle Branchen betrifft. Prognosen deuten darauf hin, dass bis 2029 rund 530.000 Fachkräfte in Deutschland fehlen werden, trotz einer ansteigenden Nachfrage in bestimmten Bereichen. Dies wird durch eine sinkende Zahl von Menschen im erwerbsfähigen Alter verstärkt, was teilweise durch gezielte Einwanderung ausgeglichen werden könnte.
Die demografische Entwicklung zeigt einen erwarteten Bevölkerungsrückgang von etwa 10% bis 2035. Das AMS hat daher verstärkt auf Qualifizierungsmaßnahmen gesetzt, insbesondere für den zweiten Bildungsweg. Aktuell sind die Plätze für den Allgemeinen Lehrabschluss vollständig ausgelastet, und im Pflege- und Sozialbereich befinden sich mehr als 75 Personen in Ausbildung, unterstützt durch das Pflegestipendium, das eine finanzielle Absicherung gewährleistet.
Ausbildung und digitale Plattformen
Das Gastro-Kompetenzzentrum im Bezirk verzeichnet ebenfalls eine positive Bilanz, da viele Teilnehmer ihre Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen haben. Überregionale Vermittlungen in Zusammenarbeit mit Wien haben sich als erfolgreich erwiesen, da Personen aus Wien im Bezirk geschult wurden. Um den Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu begegnen, wird die Umstellung auf die digitale Plattform MeinAMS positiv bewertet, die einen modernen Online-Service für Kunden bietet.
Andreas Kopp, Abteilungsleiter Erstservice des AMS Landeck, weist zudem auf die individuelle Bewertung von geringfügigen Anstellungen hin, da ab 2025 Neuerungen wie eine Verschärfung der Meldepflicht und Anpassungen der Regelungen zum geringfügigen Zuverdienst anstehen. Diese Veränderungen könnten die Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt weiter erhöhen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Mittelfristprognose des Fachkräftemonitorings, das für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales durchgeführt wird, ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Sicherung der Fachkräfte. Sie analysiert Arbeitsmarktströme von Angebot und Bedarf bis 2029 und zielt darauf ab, ungenutzte Potenziale bei Frauen, Nicht-Deutschen und älteren Arbeitnehmern zu identifizieren. Die operative Fähigkeit von Bund, Ländern und Kommunen muss gestärkt werden, um Investitionen effizient umzusetzen und den Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Bezirk Landeck trotz der Herausforderungen durch den Fachkräftemangel und demografische Veränderungen auf einem stabilen Kurs bleibt. Es ist jedoch dringend notwendig, die Erwerbsbeteiligung zu erhöhen und die berufliche Weiterbildung zu fördern, um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden. Weitere Informationen zu den Arbeitsmarktentwicklungen finden Sie in den Quellen von MeinBezirk, BMAS und Wirtschaftsdienst.