Am 3. März 2026 ist es offiziell: Das Hochwasserschutzprojekt von „Verbund“ in Kufstein ist erfolgreich abgeschlossen. Nach zwei Jahren intensiver Baggerarbeiten im Stauraum des Innkraftwerks Oberaudorf-Ebbs ist die Stadt nun gegen ein hundertjährliches Hochwasser geschützt. Projektleiter Johannes Wesemann hat die Fortschritte stets im Blick gehabt und erklärt, dass man nun bestens aufgestellt ist.

Im Februar 2024 wurden ein Baggerschiff, ein Schubboot und zwei Schuten nach Kufstein geschickt, um insgesamt 250.000 Kubikmeter Kies und Schotter aus dem Inn zu entnehmen. Diese Maßnahmen haben nicht nur die Hochwassersicherheit erhöht, sondern auch dafür gesorgt, dass das ausgebaggerte Material der Region zugutekommt. Es wird als Betonzuschlagsstoff sowie für Straßen- und Erdbau verwendet, was eine nachhaltige Nutzung des Materials gewährleistet.

Nachhaltiger Hochwasserschutz

Die Baggerarbeiten fanden von März 2024 bis Februar 2026 statt. Täglich waren dabei mindestens sechs Personen auf der Verbund-Flotte im Einsatz, bestehend aus zwei Transportschuten, einem Ponton und einem Begleitboot. Diese logistische Herausforderung wurde in enger Abstimmung mit den Behörden durchgeführt und ökologisch begleitet. Verbund hat über 12 Millionen Euro in das Projekt investiert, um die Sicherheit der Stadt Kufstein langfristig zu gewährleisten.

Ein besonderer Aspekt des Projekts ist die bunte Fischwanderhilfe, die von Kindern der angrenzenden Orte bemalt wurde. Diese kreative Initiative zeigt, wie lokale Gemeinschaften in Umweltprojekte einbezogen werden können. Wesemann ist optimistisch, dass in den nächsten 10 Jahren keine erneute Baggerung notwendig sein wird, da zukünftige Unterhaltsmaßnahmen den Wiedereintrag von Kies verringern sollen.

Ein Blick in die Zukunft

Das Wasserkraftwerk Oberaudorf-Ebbs, das seit 1992 in Betrieb ist und eine Leistung von 60 Megawatt hat, versorgt rund 73.000 Haushalte mit grünem Strom. Die letzte Schute, die „Feistritz“, wurde am 24. Februar 2026 aus dem Inn gehoben und nach Kärnten zurücktransportiert. Sie ist 44 Meter lang, wiegt 190 Tonnen und wurde für den Transport in vier Rumpfteile zerlegt.

Mit dem Abschluss des Hochwasserschutzprojekts in Kufstein wird nicht nur die Sicherheit der Einwohner gewährleistet, sondern auch die ökologische Balance in der Region gestärkt. Weitere Informationen zur Wasserkraft in Österreich und deren Bedeutung für den Umweltschutz finden Sie auf der Webseite des WWF.