Am 24. Februar 2026 wird in Kitzbühel über eine bemerkenswerte Entwicklung in der österreichischen Schuhindustrie berichtet. Das Tiroler Familienunternehmen Gottstein hat die Premium-Marke Living Kitzbühel aus einem Insolvenzverfahren übernommen. Diese Übernahme ist nicht nur ein Zeichen für den Unternehmergeist in der Region, sondern auch ein strategischer Schritt zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in einem herausfordernden Marktumfeld.

Die Marke Living Kitzbühel wurde 2006 gegründet und konnte sich in der Vergangenheit durch hochwertige Hausschuhe und Freizeitmode aus natürlichen Materialien einen Namen machen. Doch im Jahr 2022 meldete das Unternehmen Insolvenz an, und die Passiva beliefen sich auf fast drei Millionen Euro. Geschäftsführer Philipp Gottstein betont das große Potenzial der Marke und die Erfahrung des Unternehmens in der Wollverarbeitung, die nun genutzt werden soll, um die Marke eigenständig und nachhaltig weiterzuentwickeln. Gottstein hat sich zum Ziel gesetzt, die Marktpräsenz von Living Kitzbühel im Premiumsegment zu sichern und auszubauen.

Strategische Neuausrichtung und Produktion in Tirol

Ein zentrales Element der Übernahme ist die Bündelung der Produktion und Materialkompetenz am Firmensitz in Tirol. Alle Walkstoffe für die Hausschuhe werden künftig in der Manufaktur in Ötztal-Bahnhof hergestellt, während die Anfertigung der Hausschuhe weiterhin in der Slowakei erfolgt. Diese Entscheidung zeigt, dass Gottstein auf die Qualität und die lokalen Ressourcen setzt, die in der Tiroler Tradition verwurzelt sind. Das Investitionsvolumen bleibt aus Gründen der Vertraulichkeit unbekannt, doch die strategische Weiterentwicklung der Marke ist bereits in vollem Gange.

Die Übernahme von Living Kitzbühel erfolgt in einer Zeit, in der die österreichische Schuhindustrie unter Druck steht. So verlagert die Traditionsfirma Giesswein Teile ihrer Produktion aus Brixlegg, was 35 Mitarbeiter betrifft. Diese Herausforderungen sind Teil eines größeren Trends in der Branche, der auch durch steigende Verwaltungs-, Energie- und Lohnkosten sowie durch EU-Regulierungen geprägt ist. Wifo-Ökonomin Agnes Kügler warnt vor den möglichen Auswirkungen der steigenden Energiekosten auf die Produktionsbedingungen in Österreich.

Insolvenzen und Unternehmensdemografie in Österreich

Die Insolvenz von Living Kitzbühel ist nicht nur ein Einzelfall, sondern spiegelt eine breitere Problematik wider. Laut Statistik Austria sind seit dem ersten Quartal 2021 Daten zu Insolvenzen und Unternehmensregistrierungen erhoben worden. Diese Erhebungen zeigen, dass häufig im Jahr vor einer Insolvenz Beschäftigungsreduktionen auftreten. Die Daten stammen aus gerichtlichen Insolvenzverfahren und bieten einen wertvollen Einblick in die Unternehmensdemografie in Österreich. Die Hauptdatenquelle für Insolvenzen ist die Ediktsdatei des Bundesministeriums für Justiz, die regelmäßig aktualisiert wird.

Mit der Übernahme von Living Kitzbühel hat Gottstein einen mutigen Schritt in eine ungewisse Zukunft gewagt, der nicht nur die Marke selbst, sondern auch die damit verbundenen Arbeitsplätze in der Region sichern könnte. Die Kombination aus traditioneller Handwerkskunst und zeitgemäßer Unternehmensführung könnte der Schlüssel zum Erfolg in einem schwierigen Markt sein. Bleiben wir gespannt, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt und welche Impulse sie für die gesamte Branche setzen wird. Weitere Informationen finden Sie in den Artikeln von Top Tirol und Aktuelle Nachrichten.