In Kitzbühel gibt es Neuigkeiten aus der Welt der Mode und des Handwerks: Das Tiroler Familienunternehmen Gottstein hat die Marke Living Kitzbühel aus einem Insolvenzverfahren übernommen. Ziel dieser Übernahme ist die strategische Weiterentwicklung der Marke und die Sicherung ihrer Marktpräsenz im Premiumsegment. Die Produktion und Materialkompetenz sollen am Firmensitz in Tirol gebündelt werden, wobei die Schuhfertigung weiterhin in Europa bleibt. Living Kitzbühel, bekannt für hochwertige und komfortable Hausschuhe sowie Freizeitmode aus natürlichen Materialien, wird eigenständig positioniert bleiben. Geschäftsführer Philipp Gottstein hebt das Potenzial von Living Kitzbühel hervor und sieht eine solide Grundlage für eine nachhaltige Zukunft der Marke. Ursprünglich 2006 gegründet, hat sich die Marke im Premiumsegment etabliert und zeichnet sich durch traditionelles Handwerk, modernes Design und europäische Produktion aus. Leider musste Living Kitzbühel im Sommer 2025 einen Insolvenzantrag stellen, was den Weg für die aktuelle Übernahme ebnete. Weitere Details zur Übernahme finden Sie in diesem Artikel auf Schuhkurier.

Herausforderungen in der Schuhbranche

Die Übernahme von Living Kitzbühel kommt zu einer Zeit, in der die österreichische Schuhindustrie unter Druck steht. Ein weiteres Beispiel ist die Traditionsfirma Giesswein, die Teile ihrer Produktion aus Brixlegg verlagert. Diese Entscheidung betrifft 35 Mitarbeiter, von denen 15 übernommen werden sollen. Unklar bleibt, wo die Produktion künftig stattfinden wird. Giesswein hat in der Vergangenheit Rekordumsätze von 75 Millionen Euro erzielt, vor allem durch den Verkauf von Sneakern, die auch in Hollywood von Stars wie Gwyneth Paltrow und Harrison Ford getragen werden. Ein innovativer veganer Schuh aus Austernpilzen sollte das Geschäft weiter ankurbeln. Die Verlagerung ist jedoch notwendig geworden, um steigenden Verwaltungs-, Energie- und Lohnkosten sowie EU-Regulierungen entgegenzuwirken. Wifo-Ökonomin Agnes Kügler warnt vor den potenziellen Auswirkungen dieser steigenden Energiekosten auf die Produktionsbedingungen in Österreich. Weitere Informationen dazu finden Sie auf Heute.at.

Die Lage der Branche im Kontext

Die Insolvenz von Living Kitzbühel und die Herausforderungen von Giesswein sind Teil eines größeren Trends in der Branche. Laut dem IWH (Institut für Wirtschaftsforschung Halle) zeigt eine Analyse, dass die stärksten Beschäftigungsreduktionen häufig im Jahr vor einer Insolvenz auftreten. Bei der Betrachtung der Beschäftigungs- und Bilanzinformationen wird meistens auf Vorjahresdaten zurückgegriffen, um die ökonomischen Effekte realistisch darzustellen. Diese Daten stammen aus den Insolvenzbekanntmachungen der Gerichte, die mit Unternehmensdaten von Bureau van Dijk verknüpft werden. Während diese Daten für große Unternehmen verlässlich sind, fehlen viele kleine Firmen, was die Analyse der gesamten Branche erschwert. Das IWH aktualisiert regelmäßig die BvD-Daten, um die neuesten Entwicklungen zu erfassen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des IWH unter IWH Halle.