In den letzten Tagen hat die Online-Plattform Booking.com für Aufsehen gesorgt, indem sie mehrere europäische Luxushotels von ihrer Website entfernt hat. Diese Maßnahme betrifft insbesondere Hotels in Frankfurt, Kitzbühel und auf Mallorca, die alle in Verbindung mit dem iranischen Geschäftsmann Ali Ansari stehen. Die Stornierung bestehender Reservierungen hat nicht nur Reisende, sondern auch die betroffenen Hotelbetriebe in eine schwierige Lage gebracht.

Die betroffenen Hotels in Frankfurt sind das Hilton Frankfurt City Centre und das Hilton Frankfurt Gravenbruch. Das Steigenberger Golf and Spa Resort in Camp de Mar auf Mallorca sowie das Schlosshotel Kitzbühel in Österreich sind ebenfalls betroffen. Der Grund für die Stornierungen sind Sanktionen, die von der britischen Regierung gegen Ali Ansari verhängt wurden. Ihm wird vorgeworfen, die iranischen Revolutionsgarden finanziell unterstützt zu haben, was zu einem massiven Einfrieren seiner Immobilien im Wert von über 150 Millionen Pfund in London führte. Sein gesamtes Portfolio in Europa wird auf etwa 400 Millionen Euro geschätzt, darunter auch Immobilien, die über Offshore-Firmen und Holdinggesellschaften gehalten werden, unter anderem in Luxemburg und den Niederlanden.

Konsequenzen für die Hotels

Die Stornierung durch Booking.com könnte erhebliche wirtschaftliche Folgen für die betroffenen Hotels haben. Die Frankfurter Hotels werden jeweils mit etwa 80 Millionen Euro bewertet. Insbesondere das Hilton Frankfurt City Centre, das über 350 Zimmer verfügt und in der Presidential Suite Übernachtungspreise von über 1000 Euro verlangt, steht nun vor unsicheren Zeiten. Auch das Steigenberger Camp de Mar wird von RIMC geführt und könnte durch den Wegfall von Booking.com als Vertriebskanal in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Die Sanktionen gegen Ali Ansari sind Teil einer umfassenderen politischen Reaktion auf die Aktivitäten der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), die von der EU vor einer Woche offiziell als Terrororganisation eingestuft wurden. Diese Einstufung wurde von der EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas als notwendige Antwort auf die brutale Unterdrückung von Protesten im Iran gerechtfertigt, bei denen Berichten zufolge Tausende von Menschen ums Leben kamen. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul bezeichnete diese Entscheidung als ein wichtiges Signal gegen die destabilisierenden Aktivitäten des iranischen Regimes.

Die Rolle von Ali Ansari

Die britische Regierung hat Ali Ansari als „korrupten Banker und Geschäftsmann“ bezeichnet, dessen Vermögenswerte im Vereinigten Königreich eingefroren wurden, während die US-Regierung bereits 2019 Sanktionen gegen die IRGC und deren verbundene Personen verhängte. Bloomberg berichtete zudem über den Verdacht, dass Modschtaba Khamenei, der Sohn des iranischen Obersten Führers, hinter Ansaris Immobilienimperium stehen könnte. Diese Verbindungen und die anschließenden Sanktionen haben zu einem massiven Druck auf die betroffenen Luxushotels geführt.

Die aktuellen Entwicklungen werfen Fragen auf, wie sich die Lage im Iran auf den internationalen Tourismus auswirken könnte. Die Wirtschaftskrise, Inflation und die brutale Niederschlagung von Protesten durch die Revolutionsgarde haben bereits zu Unruhen im Land geführt. Die EU und die USA haben eine klare Linie gegen die iranische Führung gezogen, was sich möglicherweise auch auf die Hotelbranche auswirken wird, die in Zeiten politischer Instabilität besonders anfällig ist.

Insgesamt zeigt diese Situation, wie eng wirtschaftliche und politische Entwicklungen miteinander verwoben sind. Die Sperrung der Hotelkonten und die damit verbundenen Stornierungen sind nicht nur ein wirtschaftliches Problem für die Hotels in Frankfurt, Kitzbühel und Mallorca, sondern auch ein weiteres Kapitel in den geopolitischen Spannungen rund um den Iran. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, welche langfristigen Auswirkungen dies auf den europäischen Hotelmarkt haben wird.

Für weiterführende Informationen über die Hintergründe dieser Entwicklungen, sei auf die umfassenden Berichterstattungen der Tageskarte und FAZ verwiesen.