In einer beeindruckenden Zeremonie im OeAD-Haus in Wien wurde der Österreichische Preis für Entwicklungsforschung 2025 verliehen. Anna-Maria Brunner, eine talentierte Geographin von der Universität Innsbruck, erhielt den Nachwuchspreis für ihre bemerkenswerte Forschung zu agroökologischen Bäuerinnen und Bauern in Valle Inferior del Río Negro, Argentinien. Ihre Arbeit erforscht, wie diese Landwirte mit konventionellen und alternativen Agrarvorstellungen umgehen und liefert wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Landwirtschaft in einer sich wandelnden Welt. Die Auszeichnung wurde von Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner überreicht, während Robert Hafner, der den Nachwuchspreis 2015 erhielt, die Laudatio auf Brunner hielt. Die Jury lobte die außergewöhnliche wissenschaftliche Qualität, thematische Relevanz und inhaltliche Ambition ihrer Arbeit. Brunner zeigt, dass zukünftige agrarische Vorstellungswelten von einer Koexistenz konventioneller und agroökologischer Landwirtschaft geprägt sind, und nutzt einen de-postkolonialen Political-Ecology-Lens, um die Einflussfaktoren auf diese Zukunftsbilder zu analysieren.
Die enge Verbindung der Preisträger mit der Universität Innsbruck und der AGEF unterstreicht die Rolle Innsbrucks in der österreichischen Entwicklungsforschungslandschaft. Brunner ist nicht die einzige, die in diesem Jahr ausgezeichnet wurde; der Hauptpreis ging an Felix Malte Dorn, der ebenfalls an der Uni Innsbruck promovierte und nun als Postdoc an der BOKU Wien tätig ist. Dorn wurde für seine Arbeiten zur politischen Ökologie der Dekarbonisierung sowie sein Engagement über akademische Publikationen hinaus geehrt. Der Preis wird seit 2013 alle zwei Jahre vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung in Kooperation mit der OeAD-GmbH vergeben und würdigt herausragende Leistungen im transdisziplinären Forschungsfeld, das sich mit globalen und regionalen Herausforderungen im Zusammenhang mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) beschäftigt, wie auf der Webseite der Universität Innsbruck zu lesen ist source 1.
Forschungsschwerpunkte und Methodik
Brunners Forschung basiert auf einem langfristigen, partizipativen Ansatz und verwendet eine Vielzahl visueller und kreativer Methoden. Dadurch gelingt es ihr, die komplexen Realitäten der Landwirte in Argentinien anschaulich darzustellen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Zukunft der Landwirtschaft nicht in der einseitigen Anwendung konventioneller Techniken zu finden ist, sondern vielmehr in der harmonischen Koexistenz verschiedener Ansätze. Dies steht im Einklang mit den aktuellen Diskussionen über das Thema Nachhaltigkeit, die auch in Publikationen wie „Building solidarities and alliances between degrowth and food sovereignty movements“ (2025) in der Journal of Political Ecology thematisiert werden. Hier wird die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bewegungen hervorgehoben, um eine gerechtere und nachhaltigere Ernährungssystem zu schaffen source 2.
Die Relevanz von Brunners Arbeit wird auch durch die aktuellen Entwicklungen in der Forschung zur ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft verdeutlicht. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLEH) fördert die Forschung in diesem Bereich aktiv und setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz der Landnutzung, der die Belastungsgrenzen der Natur berücksichtigt. Das Kompetenzteam Forschung Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft (KT FÖLL) hat kürzlich Empfehlungen zum Forschungsbedarf an das BMLEH übergeben, um die Effizienz des Ökolandbaus zu steigern und die Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln weiterzuentwickeln. Diese Entwicklungen sind entscheidend für die Transformation des Agrar- und Ernährungssystems, wie auf der Webseite des BMLEH zu erfahren ist source 3.
Ausblick und Bedeutung der Forschung
Die Auszeichnung von Anna-Maria Brunner zeigt nicht nur ihre individuelle Leistung, sondern hebt auch die Bedeutung der Forschung an der Universität Innsbruck in der Entwicklungsforschung hervor. Ihre Arbeit ist ein wichtiger Beitrag zur Diskussion über nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und die Herausforderungen, mit denen Landwirte weltweit konfrontiert sind. Die Kombination aus wissenschaftlicher Exzellenz und sozialer Relevanz macht ihre Forschung besonders wertvoll in Zeiten, in denen die globalen Herausforderungen im Bereich der Ernährungssicherheit und ökologischen Nachhaltigkeit immer drängender werden.
Somit bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse von Brunner und anderen Forschern wie Felix Malte Dorn auch in der Praxis Anwendung finden und zu positiven Veränderungen in der Landwirtschaft und Ernährungssystemen weltweit führen.