Heute ist der 10.03.2026, ein bedeutender Tag für die Neulateinforschung, denn an der Universität Innsbruck wurde der neue Spezialforschungsbereich (SFB) „Neo-Latin in the Modern World“ eröffnet. Rektorin Veronika Sexl hat den Neulateiner:innen viel Erfolg bei ihren Forschungsvorhaben gewünscht. Dieser neue Forschungsbereich führt die Arbeiten des Ludwig Boltzmann Institutes (LBI) für Neulateinische Studien fort, das im Dezember 2024 seine Tore geschlossen hat.

Das Hauptziel des SFB ist es, die Verwendung und Bedeutung der lateinischen Sprache in der Neuzeit zu ergründet. Ein besonderes Highlight des Projekts ist die Errichtung der größten facheinschlägigen Datenbank in der Neulatein-Forschung. Um diese Datenbank der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird ein KI-gestützter Chatbot entwickelt. Zudem bedient der SFB verschiedene Forschungsschienen, darunter die Untersuchung von Texten weiblicher Autorinnen, die Bedeutung neulateinischer Schriften als Standardwerke und die Analyse des gesprochenen Latein.

Ein internationales Team für die Neulateinforschung

Der SFB wird vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF finanziert und von Florian Schaffenrath geleitet. Das Team besteht aus 21 Mitarbeiter:innen aus sieben verschiedenen Staaten, was die internationale Ausrichtung der Neulateinforschung unterstreicht. Die Homepage des SFB wird regelmäßig aktualisiert, um Errungenschaften und Meilensteine der Neulateinforschung zu präsentieren.

In einem ähnlichen Kontext arbeitet das Projekt Daidalos, das digitale Forschungsinfrastruktur für die Klassische Philologie entwickelt. Hierbei liegt der Fokus auf lateinischen und altgriechischen Texten, mit dem Ziel, diese mit Natural Language Processing (NLP) und Künstlicher Intelligenz (KI) für Forschende zugänglich zu machen. Daidalos bietet intuitive Werkzeuge, die es auch Forschenden ohne Programmierkenntnisse ermöglichen, digitale Textanalysen durchzuführen. Das Team führt zudem Workshops durch, um die Community unter Forschenden zu stärken.

Technologische Innovationen in der Forschung

Das Projekt Daidalos ist nicht nur auf die Unterstützung von Klassischen Philologen ausgerichtet, sondern spricht auch Historiker, Linguisten, Theologen und Philosophen an. Die anstehende internationale Konferenz am 5.-6. März 2026 in Berlin wird eine hervorragende Gelegenheit für den Austausch zwischen den Disziplinen bieten. Hier können Forscher:innen ihre Erfahrungen und Methoden im Bereich der digitalen Textverarbeitung teilen.

Wesentliche Ergebnisse von Daidalos umfassen unter anderem ein systematisches Evaluationsframework (SEFLAG) sowie interoperable Korpora. Diese Entwicklungen sind besonders wichtig, um digitale Verfahren in der Forschung weiterzuentwickeln und zu standardisieren. Das Projekt hat auch die Herausforderungen identifiziert, die mit der Einführung von KI in die Geisteswissenschaften verbunden sind, wie etwa den Mangel an digitaler Kompetenz und die hohe technische Einstiegshürde.

Die Zukunft der Neulateinforschung

Der SFB „Neo-Latin in the Modern World“ und das Projekt Daidalos stehen somit an der Spitze einer spannenden Entwicklung in der Neulateinforschung. Die Kombination aus traditioneller Forschung und modernster Technologie könnte nicht nur neue Erkenntnisse über die lateinische Sprache in der Neuzeit liefern, sondern auch die Art und Weise, wie wir mit historischen Texten umgehen, revolutionieren. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese innovativen Ansätze in den kommenden Jahren weiter entfalten werden.

Für weitere Informationen über den Spezialforschungsbereich besuchen Sie bitte die offizielle Homepage des SFB. Auch das Projekt Daidalos wird regelmäßig über seine Webseite sowie über soziale Medien wie YouTube und LinkedIn Updates bereitstellen. Abschließend kann betont werden, dass die digitale Forschungskompetenz, die durch diese Projekte gefördert wird, für die Geisteswissenschaften von unverzichtbarem Wert ist.