Am 5. bis 7. März 2026 findet in Innsbruck der 28. Kardiologie Kongress statt, der sich auf den intensiven Austausch von Wissen zwischen Expert:innen und niedergelassenen Mediziner:innen konzentriert. Organisiert wird die Veranstaltung von Axel Bauer, dem Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie und Angiologie. Ziel des Kongresses ist es, die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Herzmedizin zu diskutieren. Es wird betont, dass KI Ärzte nicht ersetzen wird, jedoch das Potenzial hat, Gesundheitssysteme grundlegend zu revolutionieren.

Ein zentrales Thema, das beim Kongress behandelt wird, ist die Möglichkeit, den Dokumentationsaufwand durch KI-Anwendungen zu verringern. Dadurch könnten Ärzt:innen mehr Zeit für Patientengespräche gewinnen. KI eröffnet zudem diagnostische Möglichkeiten, die über die menschliche Mustererkennung hinausgehen. Beispielweise werden in der EKG-Analyse KI-Systeme eingesetzt, um verschlossene Herzkranzgefäße zu erkennen und Vorhofflimmern vorherzusagen. Es besteht jedoch die Notwendigkeit prospektiver Studien, um die Relevanz und den Nutzen dieser KI-Muster zu prüfen.

Innovative KI-Projekte in der Herzmedizin

Die Universitätsklinik in Innsbruck entwickelt aktuell verschiedene KI-Systeme zur Unterstützung bei der Früherkennung und Risikoeinschätzung von Herzerkrankungen. Zu den Beispielprojekten gehören eine Pulskontroll-App zur Früherkennung von Vorhofflimmern sowie das SMART VALVE-Projekt, das Smartphones für Herzklappenchecks nutzt. Zudem wird die Analyse von Stimme und Mimik erforscht, um kardiovaskuläre Erkrankungen zu erkennen. Daniel Rückert, ein renommierter KI-Experte und Professor für KI in der Medizin, wird den Hauptvortrag beim Kongress halten.

Mit jährlich rund 800 Teilnehmenden bietet der Kongress eine Plattform für interaktive Diskussionen, die praxisnahe Einblicke und konkrete Fallbeispiele bieten. Hausärzt:innen, niedergelassene Internist:innen und zuweisende Ärzt:innen sind die Hauptzielgruppe, die sich über neue Studienergebnisse, Leitlinien und Technologien informieren kann.

Die Rolle der KI in der Therapie

Wie die Herzstiftung betont, kann KI nicht nur die Diagnostik, sondern auch die Therapie unterstützen, insbesondere bei der Katheterablation zur Verödung störender elektrischer Aktivitäten im Herzen. Der Einsatz von KI kann die Erfolgsrate von Therapien erhöhen und die Rückfallquote senken. Allerdings ist die Qualität der Trainingsdaten entscheidend für die Ergebnisse von KI-Programmen. Verzerrte oder unvollständige Datensätze können zu fehlerhaften Vorhersagen führen, und auch geografische sowie ethnisch-kulturelle Kontexte müssen beim Training berücksichtigt werden.

Ein weiteres wichtiges Thema sind die medizinethischen und juristischen Fragen zur Verantwortung und Haftung bei falschen Diagnosen durch KI. Die Sicherheit individueller Gesundheitsdaten muss gewährleistet werden. Auch der hohe Energieverbrauch von KI-Systemen ist ein Punkt, der nicht vergessen werden sollte. In der EU wurden bereits Regeln beschlossen, die den Fokus auf überwachte Lernverfahren bei neuen KI-basierten Diagnostikverfahren legen.

Ein Blick in die Zukunft der Medizin

Die Welt der Medizin steht vor einem fundamentalen Wandel, und Künstliche Intelligenz ist der Haupttreiber dieser Veränderung. KI-Algorithmen sollen nicht nur medizinische Diagnosen präziser machen, sondern auch Behandlungspläne individueller gestalten und den gesamten Gesundheitssektor effizienter machen. Diese Entwicklung wird mit der neolithischen und industriellen Revolution verglichen, so stark ist der revolutionäre Charakter der KI. Sie durchdringt zunehmend unsere Lebensrealität, oft unbemerkt, sei es durch moderne Smartphones oder intelligente Sprachassistenten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KI als Werkzeug für Ärzt:innen dienen soll, um Diagnostik und Therapie zu erleichtern und präziser zu gestalten. Die endgültige Entscheidung und Verantwortung bleibt jedoch bei den entsprechend ausgebildeten und erfahrenen Fachspezialisten. Der kommende Kardiologie Kongress in Innsbruck wird ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein, um die Möglichkeiten der KI in der Herzmedizin weiter zu erkunden und zu diskutieren. Weitere Informationen finden Sie in der Quelle hier sowie in der Quelle hier.