Vom 17. bis 20. Februar 2026 fanden im Ágnes-Heller-Haus der Universität Innsbruck zwei bedeutende internationale Kongresse statt: das 10. Arbeitssymposium des Pharmaceutical Care Network Europe (PCNE) und der Frühjahrsworkshop der Europäischen Gesellschaft für Klinische Pharmazie (ESCP). Über 260 Wissenschaftler:innen und Apotheker:innen aus 28 Ländern Europas, Asiens und Australiens nahmen an diesen Veranstaltungen teil, die sich dem Leitthema „Five steps of medication safety“ (Fünf Schritte zur Arzneimittelsicherheit) widmeten.

Das wissenschaftliche Programm umfasste ein Vorsymposium in deutscher Sprache, das speziell für Apotheker:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz konzipiert war. In einer Reihe von Keynote-Vorträgen, Workshops und Expertenkursen wurden zentrale Themen wie die Verbesserung der Behandlungsergebnisse durch pharmazeutische Versorgungsforschung sowie Herausforderungen und Lösungsansätze bei der angemessenen Verschreibung und Risiko-Nutzen-Abwägung behandelt. Besonders hervorzuheben war ein After-Hours-Dialog der Österreichischen Plattform Patient:innensicherheit, der auf 18 Jahre Patient:innensicherheit in Österreich zurückblickte.

Ein bedeutendes Forum für den Austausch

Die Kongresse boten nicht nur die Möglichkeit, Wissen zu teilen, sondern förderten auch den Erfahrungsaustausch und die Weiterentwicklung von Forschungskollaborationen im Bereich der Klinischen Pharmazie. Zum ersten Mal fand eine gemeinsame Veranstaltung beider Fachgesellschaften in Österreich statt, was das internationale Ansehen der Universität Innsbruck und der Region Tirol weiter stärkte. Pharmaziestudierende aus allen vier Universitäten Österreichs waren eingeladen, um Einblicke in die internationale Community der Klinisch Pharmazeutischen Fachgesellschaften zu erhalten.

Die Organisation und Durchführung der Kongresse lag in den kompetenten Händen der Abteilung für Klinische Pharmazie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Anita Elaine Weidmann und Dr. Ivana Tadić. Unterstützung erhielt das Team von verschiedenen Fachleuten, darunter Frau Mag. pharm., MSc. Danielle Hochhold und Herrn PharmD Aqeel Aslam.

Klinische Pharmazie im Fokus

Die Klinische Pharmazie hat sich in den letzten Jahren als unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitssystems etabliert. Die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Pharmazie (DGKPha) am 19. September 1992 in Heilbronn war ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Die DGKPha bietet ein Forum für interdisziplinären wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Gedankenaustausch und fördert das Engagement von Interessierten in der Klinischen Pharmazie. Die Gründungsgeschichte der DGKPha wurde von Anton Bär im Rahmen der Jahrestagung 2012 vorgestellt und macht deutlich, wie weit die Entwicklung in diesem Bereich vorangeschritten ist (Source 2).

Der Wandel des Tätigkeitsfeldes von Krankenhausapothekerinnen und Krankenhausapothekern ist ebenfalls bemerkenswert. Klassische Aufgaben wie die Entwicklung, Herstellung, Prüfung und Verteilung von Arzneimitteln sind nach wie vor wichtig, doch kommen neue Dienstleistungen hinzu. Dazu zählen die Zubereitung spezieller Arzneiformen, therapeutisches Drug Monitoring, Beratung von Patienten und Pflegepersonal sowie umfassende Dokumentation von unerwünschten Arzneimittelwirkungen. Diese Entwicklungen stehen unter dem Druck der Wirtschaftlichkeit, was die Zielsetzung der klinischen Pharmazie verdeutlicht: den gezielten, wirksamen, sicheren und wirtschaftlichen Einsatz von Arzneimitteln im Krankenhaus zu gewährleisten. Die Weiterbildung zur Fachapothekerin oder zum Fachapotheker für Klinische Pharmazie spielt hierbei eine entscheidende Rolle (Source 3).