Heute ist der 24.02.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuellen Trends bei den Lehrberufen in Tirol. Die Wahl des Lehrberufs ist nicht nur eine Frage des Interesses, sondern auch stark von Geschlecht und gesellschaftlichen Normen geprägt. So zeigt sich, dass der Einzelhandel bei beiden Geschlechtern sehr beliebt ist: Er belegt den ersten Platz bei den Mädchen und den vierten Platz bei den Jungen. Dies verdeutlicht, wie wichtig der Einzelhandel für die berufliche Ausbildung in der Region ist.
Die beliebtesten Lehrberufe bei den Jungen sind vielfältig. An erster Stelle steht die Elektrotechnik, gewählt von 13% der Jungen, gefolgt von der Metalltechnik, die 9% der Lehrlinge anzieht – bemerkenswert ist hier, dass fast 12% der Mädchen sich ebenfalls für diesen Beruf entscheiden. Auch die Kraftfahrzeugtechnik ist unter den Jungen beliebt und belegt den dritten Platz. Bei den Mädchen führt die Einzelhandelskauffrau die Liste an, gefolgt von der Bürokauffrau, die von 10% der Mädchen gewählt wird. Die Friseurin/Stylistin ist mit fast 6% auf dem dritten Platz und die Metalltechnik hat bei den Mädchen den sechsten Platz erreicht. Im weiteren Verlauf sind Berufe wie Installations- und Gebäudetechnik, Mechatronik, Tischlerei sowie Köchin/Koch, die bei beiden Geschlechtern gleich beliebt sind, zu nennen. Zudem hat Mattle kürzlich 20 neue Lehrlinge in Tirol begrüßt, was die Bedeutung der dualen Ausbildung in der Region unterstreicht. Mehr Details zu den beliebtesten Lehrberufen in Österreich finden Sie in dem Artikel auf MeinBezirk.
Erwerbstätigkeit und Geschlechterverhältnis
Ein weiterer Aspekt, der in diesem Zusammenhang betrachtet werden sollte, ist die allgemeine Erwerbstätigkeit in der Bevölkerung. Der Indikator zur Erwerbstätigkeit zeigt den Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung der 15- bis unter 65-Jährigen, differenziert nach Geschlecht. Erwerbstätige sind Personen ab 15 Jahren, die gegen Entgelt, selbstständig oder unbezahlt in einem Familienbetrieb arbeiten. Es ist wichtig zu beachten, dass auch Personen, die vorübergehend nicht gearbeitet haben, als erwerbstätig gelten. Dies gibt uns einen Einblick in die berufliche Situation junger Menschen in Tirol und darüber hinaus.
Ein interessantes Phänomen ist der Gender Pay Gap, der den Verdienstabstand pro Stunde zwischen Frauen und Männern beschreibt. Hierbei wird zwischen unbereinigtem und bereinigtem Gender Pay Gap unterschieden. Während der unbereinigte Wert die Bruttostundenverdienste von Männern und Frauen mit unterschiedlichen Berufen und Qualifikationen erfasst, vergleicht der bereinigte Wert Bruttostundenlöhne von Männern und Frauen mit vergleichbaren Eigenschaften und Erwerbsbiografien. Diese Unterschiede sind in der Diskussion um die Gleichstellung der Geschlechter von großer Bedeutung und spiegeln sich auch in der Wahl der Lehrberufe wider. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf der Website des Statistischen Bundesamtes.
Gesellschaftliche Einordnung
Die Wahl der Lehrberufe und die damit verbundenen geschlechtsspezifischen Unterschiede werfen ein Licht auf die gesellschaftlichen Strukturen und Normen, die nach wie vor bestehen. Je mehr wir uns mit diesen Themen auseinandersetzen, desto mehr können wir verstehen, wie wichtig es ist, eine inklusive und integrative Berufsbildung anzubieten. Es ist von entscheidender Bedeutung, junge Menschen in ihren Entscheidungen zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Interessen und Talente zu entdecken, unabhängig von Geschlechterrollen.
Insgesamt zeigt sich, dass die berufliche Bildung in Tirol nicht nur eine Frage der individuellen Entscheidungen ist, sondern auch ein Spiegelbild gesellschaftlicher Strukturen und Herausforderungen darstellt. Die Förderung von Gleichstellung und Chancengleichheit in der Ausbildung bleibt daher ein zentrales Anliegen für die Zukunft.