In der aktuellen Eurobarometer-Umfrage, die am Freitag vor der Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht wurde, zeigt sich eine deutliche Besorgnis unter den Europäern bezüglich der internationalen Lage. Mehr als zwei Drittel der Befragten glauben, dass ihr Land bedroht ist. Dies ist besonders auffällig, da in Österreich nur etwa die Hälfte der Befragten diese Meinung teilt. Dennoch befürworten rund drei Viertel der Europäer gleiche oder höhere Ausgaben für die Verteidigung. Dies verdeutlicht, wie wichtig das Thema Sicherheit für die Bevölkerung in der EU ist. Die höchste Bedrohungswahrnehmung haben die Befragten in Frankreich (80%), gefolgt von den Niederlanden und Dänemark (77%) sowie Zypern und Deutschland (75%) [Quelle].
Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Umfrage zeigt, dass mehr als die Hälfte der Europäer Vertrauen in die EU hat, um die Sicherheit und Verteidigung in Europa zu stärken. Dies variiert jedoch stark zwischen den Mitgliedstaaten: In Luxemburg vertrauen 76% der Bürger der EU-Sicherheitsstrategie, während in Österreich nur 43% dieser Meinung sind. Das zeigt, dass die Wahrnehmung der EU-Sicherheit in den verschiedenen Ländern unterschiedlich ausgeprägt ist. Fast drei Viertel der Befragten unterstützen das aktuelle Niveau der Verteidigungsinvestitionen der EU oder wollen diese erhöhen. Besonders hohe Zustimmung kommt aus Litauen, Portugal, Finnland, Spanien und Dänemark, während Österreich mit 62% unter dem EU-Durchschnitt liegt [Quelle].
Prioritäten der EU
Sicherheit und Verteidigung zählen zu den wichtigsten Prioritäten der EU, neben Umwelt und Klima sowie der Wettbewerbsfähigkeit und dem Wachstum der europäischen Industrie. Diese Themen sind nicht nur für die gegenwärtige Politik von Bedeutung, sondern sie spiegeln auch die Sorgen wider, die die Bürger über ihre Zukunft haben. Eine Eurobarometer-Umfrage, die zwischen dem 10. Oktober und dem 5. November 2024 durchgeführt wurde, zeigt, dass 76% der Europäer Russlands Invasion der Ukraine als Bedrohung für die Sicherheit der EU ansehen. Diese Ansichten stellen einen klaren Handlungsbedarf für die EU dar und beeinflussen maßgeblich die öffentliche Meinung [Quelle].
Das Vertrauen in die EU hat in den letzten Jahren zugenommen. Aktuell vertrauen 51% der Europäer der EU, das ist der höchste Stand seit 2007. Besonders unter jungen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren liegt das Vertrauen bei 59%. Diese Zahlen sind ermutigend und zeigen, dass die Bürger bereit sind, die EU als Stabilitätsfaktor in unsicheren Zeiten zu sehen. 69% der Europäer glauben, dass die EU über ausreichende Befugnisse verfügt, um wirtschaftliche Interessen zu verteidigen, und 69% halten die EU für einen Ort der Stabilität. Diese Wahrnehmung könnte dazu beitragen, das Vertrauen weiter zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zu fördern.
Abschließend ist festzuhalten, dass die Eurobarometer-Umfrage ein klares Bild von den Sorgen und Prioritäten der Europäer zeichnet. Sicherheit und Verteidigung sind für die Bürger von zentraler Bedeutung, und trotz regionaler Unterschiede zeigt sich ein allgemeines Vertrauen in die EU als Institution, die in der Lage ist, diese Herausforderungen anzugehen. Die kommenden Monate und Jahre werden zeigen, wie die EU und ihre Mitgliedstaaten auf diese besorgniserregenden Entwicklungen reagieren werden.