Die winterlichen Schneemassen in Tirol haben tragische Folgen mit sich gebracht. Am Mittwoch, den 19. Februar 2026, kam es in der Region zu zwei tödlichen Lawinenabgängen, die die Ski- und Bergwelt erschütterten. Ein 71-jähriger Urlauber aus den Niederlanden wurde in Fiss, im Bezirk Landeck, von einem Schneebrett verschüttet und starb. Der Lawinenabgang ereignete sich gegen 11:00 Uhr auf der Nordseite des Skigebiets in Richtung „Lader Urgalpe“. Tragischerweise hatte der 71-Jährige kein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) dabei, was seine Rettung erheblich erschwerte. Sein 41-jähriger Sohn konnte einen Notruf absetzen und half, einen weiteren Skifahrer aus seiner Gruppe, einen 34-jährigen Landsmann, zu befreien. Der Sohn wurde verletzt mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus Zams geflogen. Der Vater konnte nach etwa einer Stunde von einem Lawinensuchhund gefunden werden, jedoch war es zu spät für eine Rettung.

Ein weiterer tragischer Vorfall ereignete sich in Kirchberg, wo ein 20-jähriger österreichischer Skifahrer verschüttet wurde. Glücklicherweise konnte er nach 20 Minuten geborgen und reanimiert werden, bevor er mit einem Rettungshubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen wurde. Zudem kam es im Navistal, Bezirk Innsbruck-Land, zu einem tödlichen Unfall, bei dem ein 44-jähriger deutscher Tourengeher von einem Schneebrett erfasst wurde. Sein Kollege konnte sich selbst und ihn befreien und die Rettungskette einleiten. Insgesamt wurden mehr als 30 Lawinenabgänge in Tirol gemeldet, vor allem in den Bezirken Landeck, Schwaz und Kitzbühel. Für den Donnerstag wurden weitere Niederschläge und ein Anstieg der Lawinengefahr auf Stufe 4 in großen Teilen Tirols erwartet. In Nordtirol herrschte bereits eine große Lawinengefahr (Stufe 4) in höheren Lagen, während im Rest des Landes Stufe 3 (erhebliche Gefahr) galt. Diese Informationen sind besonders alarmierend, da die Kritikalität der Hangrichtungen, die in den Expositionen West über Nordwest, Nord und Nordost bis Ost liegen, in den letzten Tagen deutlich angestiegen ist.

Die Gefahr von Lawinen

Dunkel eingefärbte Hangrichtungen gelten in der aktuellen Situation als besonders kritisch. Diese Gefahrenstellen befinden sich vor allem oberhalb von etwa 2.100 Metern. Bei besonders kritischen Höhenlagen wird die obere Grenze in den Wetterberichten angegeben, was für trockene Lawinen typisch ist. In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass die Lawinenwarnungen von den zuständigen Diensten ausgegeben wurden, jedoch oft nicht ausreichend wahrgenommen werden. Dies ist ein wichtiges Thema, da in der Alpinunfalldatenbank des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS) zwischen dem 3. und 5. Februar 2023 zahlreiche Lawinenabgänge mit acht Todesopfern verzeichnet wurden. Diese Unfälle traten hauptsächlich in Tirol und Vorarlberg auf.

Die Alpinpolizei und andere Rettungsorganisationen standen in den letzten Tagen vor einer hohen Anzahl an Einsätzen. Experten warnen vor den sogenannten „Lawinenzeiten“, in denen die Unfallzahlen stark ansteigen. Es wird empfohlen, sich bei hoher Lawinengefahr von freiem Gelände fernzuhalten und Touren sorgfältig zu planen. Die Alpinpolizei betont die Notwendigkeit, Warnungen ernst zu nehmen und die eigene Sicherheit zu priorisieren. In diesem Zusammenhang fordern der Österreichische Bergrettungsdienst (ÖBRD) und andere Organisationen eine bessere Ausbildung und Informationsverbreitung für Wintersportler, um tragische Unfälle in Zukunft zu vermeiden.

Die aktuelle Situation in Tirol zeigt, dass die Schneemengen und die damit verbundenen Gefahren ernst genommen werden müssen. Die Zusammenarbeit der Lawinenwarndienste ist von entscheidender Bedeutung, um die Informationen verständlich zu verbreiten und die Sicherheit der Wintersportler zu gewährleisten. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen aus den jüngsten Ereignissen lernen und die Risiken, die mit dem Sport im alpinen Gelände verbunden sind, nicht unterschätzen.

Für weiterführende Informationen zu den Lawinenunfällen in Tirol können Sie die Artikel auf Südtirol News, Wetter ORF und Alpine Sicherheit nachlesen.