Am 8. Februar 2026 fand die Vollversammlung der Wenner Fasnacht statt, ein bedeutendes Ereignis für die lokale Gemeinschaft in Wenns. Im Rahmen dieser Versammlung übergaben Sigfried Fadum und Erich Bregenzer nach fast zehn Jahren ihre Ämter als Obmann und Stellvertreter. Ihre Amtszeit war geprägt von persönlichem Einsatz und einem bemerkenswerten Zusammenhalt innerhalb der Vereinsmitglieder. Trotz der Herausforderungen, die die coronabedingte Unterbrechung mit sich brachte, konnten sie zwei erfolgreiche Fasnachten organisieren und wichtige Projekte, wie den Neubau des Fasnachtsarchivs zwischen 2022 und 2023, umsetzen. Die nächste Wenner Fasnacht ist für den 11. Februar 2029 geplant.
Die Versammlung wählte Georg Bair einstimmig zum neuen Obmann und Manfred Stoll zum neuen Stellvertreter. Bair bringt umfangreiche organisatorische Erfahrung als langjähriger Säckelmeister mit, was ihn zu einer idealen Wahl für die Leitung des Vereins macht. Der Verein würdigte zudem die Verdienste von Fadum und Bregenzer, deren Engagement die Wenner Fasnacht nachhaltig geprägt hat. Die Änderung der Umzugsroute im Jahr 2017, die die Sicherheit für Teilnehmer und Besucher verbesserte, ist ein weiteres Beispiel für die fortschrittliche Arbeit des Vereins.
Das Fasnachtsarchiv als kulturelles Erbe
Ein zentrales Projekt, das die Wenner Fasnacht voranbringen möchte, ist das neue Fasnachtsarchiv, das an der Mehrzweckhalle in Wenns errichtet wird. Dieses Archiv wird nicht nur die Larven und Gewänder der Fasnacht bewahren, sondern auch als wichtiger Ort für die Bewusstseinsbildung und Bürgerbeteiligung dienen. Die Gemeinde Wenns ist als Projektträger tätig und hat einen Fördersatz von 65 % für dieses bedeutende Vorhaben vorgeschlagen. Der Zeitraum für die Projektlaufzeit erstreckt sich vom 8. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2021. Ziel ist es, ein Archiv zu schaffen, das langfristig orts- und regionshistorische sowie kulturell wertvolle Gegenstände bewahrt.
Besonders bedenklich war die aktuelle Lage der Masken und Gegenstände, die derzeit in einem nicht isolierten Dach-Archiv gelagert sind, das zu klein ist und den Materialien Feuchtigkeit und Kälte aussetzt. Diese Umstände führen zu einem Verfall der wertvollen Kulturgüter. Mit der Errichtung des neuen Archivs wird eine Kooperation mit dem Stamserhaus angestrebt, was die Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit erhöhen und einen kulturellen Mehrwert für die Region schaffen soll. Dies wird nicht nur den Einheimischen zugutekommen, sondern auch eine Attraktion für Gäste darstellen.
Tradition und Gemeinschaftsgeist
Die Wenner Fasnacht ist Teil einer reichhaltigen Tradition, die sich über viele Jahre entwickelt hat. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus dem 19. Jahrhundert, und das älteste Bildmaterial datiert auf das Jahr 1910 zurück. Diese Tradition ist nicht nur eine Feier des Winters, sondern auch ein bedeutender Bestandteil der regionalen Identität, ähnlich wie die saarländische Fastnacht, die jährlich zwischen dem 11. November und dem Aschermittwoch gefeiert wird. Diese Festkultur vereint künstlerische Ausdrucksformen mit handwerklichem Können und fördert den sozialen Zusammenhalt in der Gemeinschaft.
Die Wenner Fasnacht hat sich im Laufe der Jahre ebenfalls weiterentwickelt und nimmt gesellschaftliche Themen wie Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion auf. Solche Entwicklungen sind essenziell, um die Relevanz dieser Tradition für zukünftige Generationen zu sichern und gleichzeitig das kulturelle Erbe zu bewahren. Die Bemühungen um das Fasnachtsarchiv sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die wertvollen Traditionen und Fertigkeiten auch für die kommenden Jahre zu erhalten und weiterzugeben.
Für weitere Informationen zu den jüngsten Entwicklungen rund um die Wenner Fasnacht und das Fasnachtsarchiv, besuchen Sie bitte die entsprechenden Quellen: meinbezirk.at und regio-imst.at.