Im Februar 2026 wird das Innsbrucker Landhaus zum Schauplatz spannender Veranstaltungen im Rahmen der Initiative „Tirol erinnert“. Ein besonderes Highlight ist die thematische Veranstaltung „Frauen im Widerstand“, die am 9. Februar um 19 Uhr im Festsaal stattfindet. Im Mittelpunkt steht Irena Bokiewicz, die Pflegemutter des Soldatenbären Wojtek. Die Veranstaltung wird von Irene Hohenwarter, Trägerin des Curator-in-Residence-Stipendiums, begleitet, die die Rolle von Frauen im Widerstand beleuchtet. Anmeldungen sind bis zum 6. Februar unter www.tirol.gv.at/FrauenimWiderstand möglich.

Ein weiteres Ereignis, das das Interesse der Besucher wecken dürfte, ist die Kuratorenführung durch die Ausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“, die am 18. Februar um 17 Uhr stattfindet. Treffpunkt für die Führung ist das Foyer des Landhauses, und es ist keine Anmeldung erforderlich. Diese Ausstellung wurde kürzlich erweitert und umfasst nun auch eine Gedichtinstallation. Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags wurden 15 bislang unbekannte Gedichte von Leokadia Justman präsentiert, die in Archiven in New York und Washington D.C. entdeckt wurden. Sie entstanden 1944, teilweise während Justmans Haft im Innsbrucker Polizeigefängnis, und sind auf Deutsch verfasst.

Einblick in die Ausstellung

Die Ausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“ ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr im Landhaus 1 zu sehen. Die Gedichte können freitags von 12 bis 17 Uhr besichtigt werden. Zudem wird eine Audiofassung der Gedichte über die Webseiten www.tirol.gv.at/erinnern und www.brechen-wir-aus.at/menschheit-erwache/ verfügbar sein. Digitale Inhalte wie biografische Steckbriefe und ein Stadtplan ergänzen das Angebot. Neu in der Ausstellung sind auch zwölf Seiten aus der Graphic Novel „Lodzia & Marysia“ von Alwin Hecher, die einen weiteren Zugang zu den Themen der Erinnerung und des Widerstands bieten.

Frauen im Widerstand

Die Rolle von Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist ein oft übersehenes Kapitel der Geschichte. Im Dritten Reich wurden mehrere Attentate auf Adolf Hitler verübt, darunter die bekannteste, die „Operation Walküre“ am 20. Juli 1944. Über 200 Personen waren daran beteiligt, darunter der berühmte Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Auch Frauen wie Erika von Tresckow spielten eine entscheidende Rolle, indem sie militärische und zivile Widerstandsgruppen koordinierten. Nach dem Scheitern des Attentats beging Henning von Tresckow Selbstmord, während Erika von Tresckow von der Gestapo verhaftet, aber wieder freigelassen wurde.

Die Widerstandsaktivitäten von Frauen nahmen in den Kriegsjahren zu, da viele Männer im Militär dienten und Frauen Positionen übernahmen, die zuvor Männern vorbehalten waren. Kritische Äußerungen wurden ab 1943 als „Wehrkraftzersetzung“ betrachtet, was oft mit der Todesstrafe bestraft wurde. Diese Erzählungen werden in einer Sonderausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin beleuchtet, die 2024 eröffnet wird und sich mit der Rolle von 260 Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus beschäftigt. Diese Ausstellung ist das Ergebnis umfangreicher Forschungen zur Rolle von Frauen in dieser dunklen Zeit der Geschichte.

Für weitere Informationen zur Initiative „Tirol erinnert“ und einem virtuellen 360°-Rundgang über die Ausstellung besuchen Sie bitte www.tirol.gv.at/erinnern. Die Ereignisse im Innsbrucker Landhaus bieten nicht nur einen Einblick in die Vergangenheit, sondern auch eine wichtige Plattform für die Auseinandersetzung mit der Rolle von Frauen im Widerstand.