Am 22. Februar 2026 fand in Meran eine große Landesfeier zum Todestag von Andreas Hofer statt, die vom Südtiroler Schützenbund organisiert wurde. Über 1.500 Teilnehmer versammelten sich, darunter Schützenkompanien, Ehrengäste und die bekannte Bauernkapelle Völlan. Die Veranstaltung war ein starkes Bekenntnis zu den historischen Wurzeln und dem Freiheitswillen der Region und begann am frühen Nachmittag mit der Aufstellung der Schützen in der Freiheitsstraße. Um 14:40 Uhr setzte sich der Festzug in Bewegung, der zum Andreas-Hofer-Denkmal im Bahnhofspark führte.
Landeskommandant Christoph Schmid begrüßte die Anwesenden und sprach über die volkstumspolitische Lage in der Region. Dabei erwähnte er auch eine landesweite Plakataktion sowie große „TIROL“-Schriftzüge, die während der Olympischen Spiele zu sehen waren. Schmid betonte die untrennbare Verbindung zwischen den Südtirolern und den Tirolern und hob die Bedeutung der Tiroler Identität hervor. Der feierliche Wortgottesdienst wurde von Prior P. Philipp Kuschmann OSB geleitet und fand musikalische Unterstützung durch die Bauernkapelle Völlan. In seiner Gedenkansprache kritisierte Nationalratsabgeordneter Christofer Ranzmaier die Reduzierung Südtirols auf Folklore und hob die historische und kulturelle Bedeutung der Region hervor.
Emotionale Höhepunkte der Feier
Ein emotionaler Höhepunkt der Veranstaltung war die traditionelle Heldenehrung durch die Schützenkompanie Meran, die mit einer Ehrensalve, der Tiroler Landeshymne und einer feierlichen Kranzniederlegung abgeschlossen wurde. Im Pavillon des Fleurs wurden zudem verdiente Schützenkameraden für ihren langjährigen Einsatz und ihr Engagement in der Tradition ausgezeichnet. Insgesamt erhielten 13 Personen die Verdienstmedaille in Bronze, darunter Josef Kirchler und Werner Kirchler, während 6 Personen, darunter Uwe Frank und Hubert Frank, mit der Verdienstmedaille in Silber geehrt wurden.
Ein Blick auf die Geschichte Südtirols
Die Feierlichkeiten erinnern auch an die tief verwurzelte Geschichte Südtirols. Seit der Grenzziehung im Jahr 1919, die Südtirol trotz seiner deutschsprachigen Mehrheit Italien zusprach, kämpfen die Südtiroler um ihre Identität und Rechte. Die faschistische Entnationalisierungspolitik in den 1920er Jahren führte zu einer drastischen Unterdrückung der deutschsprachigen Bevölkerung. Widerstand formierte sich in verschiedenen Formen, einschließlich der sogenannten Katakombenschulen, die als geheime Bildungseinrichtungen für die deutsche Sprache dienten. Diese historischen Ereignisse haben das Selbstverständnis der Südtiroler geprägt und machen die heutige Feier zu einem wichtigen Bestandteil der kollektiven Erinnerung.
Die Autonomie, die Südtirol nach den Konflikten des 20. Jahrhunderts erhielt, wird heute als positiv angesehen. Die Region gilt als Vorbild im Umgang mit Minderheiten in Europa, und die Feierlichkeiten zu Ehren von Andreas Hofer machen deutlich, wie wichtig es ist, die eigene Identität zu bewahren und die historischen Wurzeln zu ehren. Weitere Informationen zu diesen Themen können auf Südtirol News und Italien News nachgelesen werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Feierlichkeiten nicht nur ein Gedenken an Andreas Hofer darstellen, sondern auch ein starkes Zeichen für die Identität und den Zusammenhalt der Südtiroler Bevölkerung sind. Die Traditionen und Werte, die dabei vermittelt werden, sind ein wichtiger Teil der kulturellen Landschaft Tirols und Südtirols.