In der Steiermark, genauer gesagt in Weiz, hat ein bitterer Streit zwischen zwei Frauen vor dem Bezirksgericht zu einem freisprechenden Urteil geführt. Am 28. September 2025 fand die Verhandlung wegen wechselseitiger Körperverletzung statt, die durch eine missverständliche Situation auf einem Parkplatz ausgelöst wurde. Die Hauptangeklagte, eine 25-jährige Frau, hatte sich in Notwehr verteidigt, nachdem sie sich von einem 50-jährigen Autofahrer bedroht fühlte.
Der Vorfall nahm seinen Lauf, als die junge Frau ihre Freundin auf einem Parkplatz küsste, was den Autofahrer sichtbar provozierte. Laut heute.at kam es daraufhin zu einem heftigen Wortwechsel. Dabei beschuldigte der Mann die Frauen, ihn absichtlich provoziert zu haben, während die Angeklagte vehement an ihre Version der Geschehnisse festhielt. Sie gab an, der Fahrer habe sie gewaltsam am Hals gepackt und gegen sein Auto gedrückt.
Körpersprache und Notwehr
Die 25-Jährige war nicht bereit, sich der Aggression des Autofahrers zu beugen. Sie schilderte, dass sie sich in einer akuten Bedrohungssituation befand. „Er kam mit seinem Auto direkt auf uns zu“, berichtete sie vor Gericht. Diese Aussagen wurden durch einen 30-jährigen Zeugen gestützt, der bestätigte, dass der Autofahrer die Frau gegen das Fahrzeug gedrückt hatte. Die Würgemale am Hals der Angeklagten fanden zudem Erwähnung im Polizeibericht, was die Situation zusätzlich erhärtete.
Der Richter konnte die Vorwürfe gegen die 25-jährige Frau nicht aufrechterhalten und wertete ihre Tritte als Handlung in Notwehr. Dies führte letztendlich zu ihrem Freispruch. Die Hundebesitzerin, die nicht zur Verhandlung erschienen war, wurde hingegen ebenfalls wegen wechselseitiger Körperverletzung angeklagt, wie kleinezeitung.at berichtet.
Anstieg von Körperverletzung
Dieser Fall reiht sich in eine besorgniserregende Statistik ein: In den vergangenen Jahren ist die Zahl der polizeilich erfassten Körperverletzungsfälle stetig gestiegen. Das Bundeskriminalamt hat zwischen 2014 und 2024 einen signifikanten Anstieg dokumentiert, was die Notwendigkeit einer sensiblen und konsequenten Rechtsanwendung unterstreicht, um solche Konflikte entschärfen zu können. Statista liefert hierzu umfassende Daten.
Die Geschehnisse in Weiz verdeutlichen, wie schnell alltägliche Situationen eskalieren können und dass ein falsches Wort oder eine Handlung zu ernsthaften Auseinandersetzungen führen kann. Die Juristerei wird weiterhin gefordert sein, zwischen Aggression und Notwehr zu unterscheiden und im Sinne der Gerechtigkeit zu entscheiden.