Heute ist der 21.02.2026, und wir werfen einen Blick auf das Schicksal von Anastasia Marinchenko, die mit ihren drei Kindern aus der Ukraine geflohen ist und nun in Weiz, Österreich, lebt. Die 32-Jährige hat ihren Ehemann Sascha verloren, der am 25. Februar 2023 an der Front getötet wurde. Ihre Reise nach Österreich ist nicht nur ein Erholungsurlaub, sondern auch ein Weg, um dem Schrecken des Krieges zu entkommen. Anastasia beschreibt, wie sie oft weint, wenn sie andere Familien sieht, die glücklich wirken, während sie in der Ukraine ständig Angst hat, das Haus zu verlassen.
In der Ukraine sind seit Beginn der russischen Vollinvasion vor vier Jahren offiziell etwa 55.000 ukrainische Soldaten getötet worden; einige Schätzungen gehen sogar von über 100.000 Toten aus. Trotz dieser schrecklichen Realität hat Anastasia den Mut gefunden, mit ihren Kindern an einem Programm des Projekts „Way of Hope“ teilzunehmen, das geflüchteten Müttern mit Kindern Unterstützung bietet. Diese Initiative arbeitet eng mit der ukrainischen Organisation „Voices of Children“ zusammen und organisiert 14-tägige Erholungsaufenthalte, die den betroffenen Familien eine dringend benötigte Auszeit bieten.
Ein neues Leben in Weiz
In Weiz haben Anastasias Kinder, Danilo (10), Iwan (11) und Sofia (fast 3), zum ersten Mal seit Wochen durchgeschlafen und können sich von Erkältungen erholen. Das Programm umfasst verschiedene Aktivitäten wie Museumsbesuche, Kunsttherapie und Naturerlebnisse, die den Kindern helfen, sich von den traumatischen Erlebnissen in der Ukraine zu erholen. Doch trotz der unterstützenden Umgebung hat Anastasia Schwierigkeiten, den Verlust ihres Mannes zu verarbeiten. Sie glaubt nicht, dass Therapie helfen kann, und fühlt sich oft allein mit ihrer Trauer.
Die Herausforderungen, mit denen Anastasia konfrontiert ist, sind nicht einzigartig. Viele geflüchtete Menschen benötigen psychologische Unterstützung, um mit den psychischen Belastungen des Krieges und der Flucht umzugehen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie hat daher eine Zusammenstellung von psychologischen Hilfsangeboten für geflüchtete Menschen und Helfende initiiert, die Informationen in ukrainischer Sprache bereitstellt. Dazu gehören auch Erklärvideos zu den Ängsten und Belastungen von geflüchteten Kindern, die von Psychologen der Kinder- und Jugendlichen Psychotherapie-Ambulanz in Marburg erstellt wurden.
Unterstützungsangebote für geflüchtete Menschen
In Österreich gibt es zahlreiche Angebote, die geflüchteten Menschen zur Seite stehen. So bietet das Hilfetelefon „Helpline Ukraine“ kostenlose und vertrauliche Telefonberatung in ukrainischer und russischer Sprache an. Diese ist montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr erreichbar unter der Telefonnummer 0800 500 225 0. Zudem stellt die Charité eine Videosprechstunde für aus der Ukraine geflüchtete Personen zur Verfügung, in der psychologische Unterstützung in mehreren Sprachen angeboten wird.
Das Projekt “Depsy” bietet eine kostenlose ukrainischsprachige Hotline, die bei der Orientierung im deutschen System der psychischen Gesundheit hilft und Unterstützung bei der Suche nach professioneller Hilfe bietet. Die Leitung dieses Projekts erfolgt durch ein internationales Team von Fachleuten für mentale Gesundheit, was die Qualität der Hilfe sichert.
Anastasia Marinchenko hat sich in Österreich zum ersten Mal getraut, allein auf dem Eis zu stehen und Zeit für sich selbst zu finden. Dies zeigt, dass es trotz der enormen Herausforderungen, die sie und viele andere geflüchtete Familien erleben, auch Raum für Hoffnung und Heilung gibt. Die Solidarität und das Mitgefühl für Menschen aus der Ukraine und im Ausland sind in dieser schweren Zeit von größter Bedeutung, und es ist entscheidend, dass wir weiterhin Unterstützung anbieten und die Stimmen der Betroffenen hören.