In der Nacht auf Freitag, den 20. Februar 2026, wurde die Weststeiermark von einem heftigen Schneefall heimgesucht, der die Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft versetzte. Die Wetterprognosen bestätigten sich, als die Schneemassen einsetzten und im Packabschnitt fast ein halber Meter Neuschnee fiel. Besonders betroffen waren die Regionen Südost-, Süd- und Weststeiermark, und der Schneefall hielt bis zum Freitagvormittag an. Mehrere Feuerwehren waren im Einsatz, um den Herausforderungen der winterlichen Witterung zu begegnen. In Voitsberg wurde die Floriani-Station aktiviert, um die Notrufe im Bezirk zu bearbeiten und die Bevölkerung zu unterstützen.

Die A2-Südautobahn hatte mit Verkehrsbehinderungen zu kämpfen, was die Pendler vor zusätzliche Herausforderungen stellte. Feuerwehrkommandant Christian Leitgeb berichtete von über 15 Einsätzen, die hauptsächlich auf umgestürzte Bäume zurückzuführen waren. Betroffene Orte umfassten Weinberg in der Gemeinde Mooskirchen, Ligist, Stallhofen und Voitsberg. Besonders die Freiwillige Feuerwehr Ligist wurde zu einem Vorfall auf der Autobahn gerufen, während die FF Köflach einem Fahrzeug half, das von der Straße abgekommen war. Zudem musste die FF Steinberg mehrere Gemeindestraßen und die Landesstraße räumen.

Herausforderung für die Einsatzkräfte

Die Feuerwehren waren zwar gut vorbereitet, doch die hohe Zahl an Einsätzen stellte eine Herausforderung dar. In Rosental/Kainach musste die Feuerwehr bis zum Mittag insgesamt zwölf Einsätze wegen umgestürzter Bäume bewältigen. Der größte Einsatz ereignete sich, als ein 40 Tonnen-LKW in das Bachbett der Kainach stürzte und ein Spezialgerät aus Graz angefordert werden musste. Auch in Steinberg war die Feuerwehr auf der L314 dreimal wegen umgestürzter Bäume im Einsatz, während in Mooskirchen frühmorgendliche Einsätze stattfanden, um Bäume in Weinberg zu entfernen. In Voitsberg rückte die Feuerwehr um 5 Uhr aus, um einen umgestürzten Baum in der Wolfshuberstraße zu beseitigen.

Die Wetterbedingungen führten auch zu rutschigen Straßen, weshalb Pendler gewarnt wurden, mehr Zeit einzuplanen. Ein Schneepflug der Feuerwehr musste sogar aus dem Schneematsch gezogen werden, und es gab einen Verkehrsunfall auf der Südautobahn im Bereich des Assingbergtunnels gegen 4.30 Uhr, bei dem die Feuerwehr Mooskirchen vor Ort war. Der Bahn- und Busbetrieb der GKB war witterungsbedingt beeinträchtigt, wobei die Strecke der Linie S7 vorübergehend unterbrochen war. Trotz der Schwierigkeiten sollte der Zugverkehr bald wieder störungsfrei verlaufen, doch witterungsbedingte Verspätungen blieben weiterhin möglich.

Langfristige Auswirkungen des Klimawandels

Die extremen Wetterereignisse, wie sie in der Weststeiermark erlebt wurden, sind nicht nur lokale Phänomene, sondern Teil eines größeren globalen Trends. Laut einer Studie der World Weather Attribution (WWA) sind seit 2004 mehr als 570.000 Menschen durch die zehn weltweit tödlichsten Wetterereignisse gestorben. Der Klimawandel, verursacht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und Abholzung, hat die Zahl der Opfer erhöht und wird in Zukunft voraussichtlich zu einer Zunahme und Intensivierung solcher Extremwetterereignisse führen. In Europa starben 2022 über 53.000 und 2023 über 37.000 Menschen aufgrund von Hitzewellen, was verdeutlicht, wie schwerwiegend die Auswirkungen bereits sind.

Die Wissenschaftler fordern dringende politische Maßnahmen zur Reduzierung fossiler Brennstoffe und zur Verbesserung von Hochwasserschutz, Frühwarnsystemen und Renaturierung. Es wird zudem mehr Attributionsforschung gefordert, um den Einfluss des Klimawandels auf Extremwetterereignisse besser zu verstehen. Die dramatischen Wetterverhältnisse in der Weststeiermark sind somit nicht nur ein lokales Problem, sondern spiegeln größere, alarmierende Trends wider, die uns alle betreffen.

Für weitere Informationen zu den Ereignissen in der Weststeiermark, können Sie den Artikel auf MeinBezirk und Kleine Zeitung nachlesen.