In der kleinen Stadt Köflach im Bezirk Voitsberg wird das Rathauscafé, betrieben von René Pöschl und Manuela Peinhopf, zum Ende Februar 2024 seine Türen schließen. Diese Entscheidung kam nicht überraschend, da die Betreiber die schwierigen Rahmenbedingungen in der Gastronomie als Hauptgrund für die Schließung anführten. Das Café, welches erst Mitte März 2022 feierlich eröffnet wurde, hat in seiner knapp zweijährigen Betriebsdauer einen wichtigen Platz als Ort der Begegnung und des Austausches eingenommen. Zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten fanden dort statt, was dem Café eine besondere Bedeutung in der Gemeinschaft verlieh. Die Betreiber haben sich herzlich bei ihren Gästen, Partnerbetrieben und der Stadtgemeinde Köflach für die Zusammenarbeit bedankt (Source 1).
Vor der Eröffnung des Rathauscafés war der Standort jahrelang unter dem Namen „Café Cappa“ von Hannes Schlosser betrieben worden. Nun, weniger als zwei Jahre nach der Eröffnung, wird ein weiterer gastronomischer Rückschlag in der Region deutlich: Petra Sidar, die das Rathauscafé übernommen hatte, muss aufgrund von Personalproblemen schließen und konzentriert sich auf das Marktcafé Stallhofen. Bürgermeister Helmut Linhart bestätigte die Schließung und die Auflösung des Pachtvertrags für das Café, wodurch die Gastronomie im Bezirk Voitsberg auch 2024 weiterhin von Veränderungen betroffen sein wird. Neben dem Rathauscafé hat auch der Weinhof Stocker seine Pforten geschlossen, während das Szenebeisl Kosir weiterhin geöffnet bleibt. Ein neuer Grieche in Voitsberg wird bald eröffnen und könnte frischen Wind in die gastronomische Landschaft bringen (Source 2).
Herausforderungen der Gastronomie
Die Schließung des Rathauscafés ist Teil eines größeren Trends, der die Gastronomie in Deutschland und insbesondere in ländlichen Gebieten betrifft. Viele Betreiber von Restaurants, Kneipen und Cafés haben in den letzten Jahren aufgegeben, insbesondere infolge der Herausforderungen, die die Coronapandemie mit sich brachte. Während die Zahl der Cafés und Bars mittlerweile fast das Niveau vor der Pandemie erreicht hat, bleibt die Gastronomie im Allgemeinen auf der Strecke. Im Jahr 2024 fiel der Umsatz in der Gastronomie real um 3,8 Prozent im Vergleich zu 2023 und liegt 15,8 Prozent unter dem Niveau von 2019. Die Gründe für diese Schließungen sind vielfältig: hohe Preise für Energie, Miete, Ausstattung und Lebensmittel sowie angehobene Mindestlöhne setzen den Betreibern zu (Source 3).
Besonders in ländlichen Gebieten wird das „Gasthaussterben“ immer häufiger thematisiert. Während in Städten neue Betreiber an beliebten Standorten einziehen, bleiben viele Gasthöfe und Restaurants in ländlichen Regionen dauerhaft geschlossen. Die veränderten Konsumgewohnheiten der Gäste, die weniger häufig Gastronomiebetriebe besuchen und die zurückhaltende Ausgabebereitschaft unter der Woche, verstärken die Problematik zusätzlich. Um diese Herausforderungen zu meistern, haben viele Gastronomen ihre Öffnungszeiten angepasst oder versuchen, durch Genossenschaften oder Spendenaktionen ihre Betriebe zu retten.