In der letzten Woche vor den Semesterferien durften die 2b- und 2c-Klassen der Mittelschule Voitsberg eine ganz besondere Geschichtsstunde erleben. Unter der Leitung von Lehrerin Johanna Plos verwandelte sich die Schulbibliothek in einen lebendigen Lernort, der die Schüler auf eine kulinarische Reise ins antike Griechenland entführte. Die intensive Auseinandersetzung mit der Antike im Geschichtsunterricht wurde durch die Verkostung typischer Nahrungsmittel der alten Griechen ergänzt. So erforschten die Schüler die Hauptnahrungsquellen, die in der Antike von zentraler Bedeutung waren: Hülsenfrüchte, Oliven, Honig, Käse und Trockenfrüchte.
Die Schüler hatten die Gelegenheit, diese Lebensmittel in ihrer ursprünglichen Form zu probieren. Unter den antiken Speisen, die auf den Tisch kamen, fanden sich ein schneller Snack aus Brot, Olivenöl und eingelegten Oliven, ein Beilagengericht mit Linsen, Gerste und Kichererbsen sowie ein Dessert aus Käse, Walnüssen, Honig und Trockenfrüchten. Anfangs zeigten die Schüler Skepsis gegenüber den unbekannten Kombinationen, doch schnell fanden sie Gefallen an der antiken Mittelmeerküche. Besonders die Dessertplatte mit Käse, Walnüssen und Honig erhielt positive Resonanz. Schüleräußerungen wie die von Liina, die die Gerichte als einfach, aber geschmackvoll bezeichnete, oder von Luca, der die Kombination aus Käse, Honig und Walnüssen als neu und nachahmenswert empfand, zeigen den Erfolg dieser kulinarischen Entdeckung.
Die Vielfalt der antiken griechischen Küche
Die antike griechische Küche war nicht nur einfach, sondern auch vielfältig und regional geprägt. Zu den Grundnahrungsmitteln gehörten neben den bereits genannten Hülsenfrüchten auch Getreide, Wein und Olivenöl. Weizen und Gerste wurden häufig zu Brot verarbeitet, wobei Gerste die bevorzugte Wahl war. Ein beliebtes Gericht war Maza, ein Brei aus Gerstenmehl, Wasser und Honig, während Fladenbrot oft als Beilage zu Suppen diente. Wein, der in der Regel mit Wasser verdünnt wurde, war ein alltägliches Getränk, während purer Wein als barbarisch galt. Oft wurde er mit Gewürzen oder Honig aromatisiert und begleitete die Mahlzeiten, die in der Antike eine zentrale Rolle spielten.
Meeresfrüchte waren in Küstenregionen ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Frischer Fisch, wie Thunfisch und Makrele, wurde gern gegessen, während gesalzener Fisch als Luxusgut galt. Fleisch hingegen war seltener, wurde jedoch bei Festen und Opferritualen geschätzt. Die Griechen aßen häufig Lamm, Ziege und Schwein, wobei Rindfleisch eher die Ausnahme war. Auch Geflügel wie Hühner und Gänse fanden ihren Platz auf den Tisch, während selbst Hunde in bestimmten Kontexten gegessen wurden. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Pflanzenkost wider, die eine große Auswahl an Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten umfasste.
Essen im Alltag der alten Griechen
Das Frühstück in der griechischen Antike war eher leicht. Oft bestand es aus Brot, das in Wein getunkt wurde, oder aus Teganiten, einer Art Pfannkuchen aus Weizenmehl, Olivenöl, Honig und Sauermilch. Reste von den vorherigen Mahlzeiten wurden ebenfalls häufig am Morgen verzehrt. Das Mittagessen war ebenfalls oft leicht und umfasste Brot, Käse, Oliven und gelegentlich Fisch, was für Arbeiter geeignet war, die keine schwere Mahlzeit benötigten. Diese Tradition des leichten Mittagessens könnte zur heutigen „Meze“-Tradition in Griechenland beigetragen haben, die in vielen Mittelmeerländern, wie beispielsweise Spanien mit ihren Tapas, wiederzufinden ist.
Insgesamt zeigt das kulinarische Erlebnis der Schüler in Voitsberg nicht nur die Vielfalt und den Reichtum der antiken griechischen Küche, sondern auch, wie wichtig das Essen in der Kultur der alten Griechen war. Die antike Gastronomie hat nicht nur die römische Küche maßgeblich beeinflusst, sondern prägt auch heute noch die mediterrane Esskultur.
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