Die Südoststeiermark ist ein wahres Zentrum für das Tischlerhandwerk in Österreich. Nicht nur, dass hier die höchsten Dichten an Tischlereibetrieben verzeichnet werden, auch die Ausbildungslandschaft ist beeindruckend. Mit 141 Tischlereibetrieben und 44 Lehrlingen sorgt dieser Bereich für zahlreiche Arbeitsplätze in der Region. Diese erfreulichen Zahlen wurden beim Steirischen Tischlertag auf Schloss Seggau bei Leibnitz präsentiert. Landesinnungsmeister Rupert Christian Zach hebt die Wirtschaftskraft der Tischler hervor, die im gesamten Bezirk etwa 5.000 Arbeitsplätze sichern und rund 450 Lehrstellen bieten, was dem Beruf eine hohe gesellschaftliche Bedeutung verleiht.
Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer, der Ehrengast des Tages, beschrieb die Tischler als die „Feinkostabteilung der Holzwirtschaft“ und betonte die hohe Wertschöpfung, die sie generieren. Interessanterweise liegt der Mehrwert in der Holzwirtschaft bei einem beeindruckenden Faktor von zwölf, maßgeblich beeinflusst durch die Arbeit der Tischler. Diese Betriebe sind nicht nur Arbeitgeber, sondern tragen auch entscheidend zur Lebensqualität in den Gemeinden bei, indem sie hochwertige, nachhaltige Produkte anbieten. Ihre 1 Million Quadratmeter Produktionsfläche zeigen das enorme Potenzial, das in diesem Handwerk steckt.
Die Ausbildung zum Tischler
Die Ausbildung zum Tischler ist der Schlüssel zu diesem faszinierenden Handwerk. Sie dauert drei Jahre und erfolgt im dualen System, das theoretische Kenntnisse in der Berufsschule mit praktischen Erfahrungen im Betrieb kombiniert. Die Lehrlinge erlernen alles, was es braucht, um in der Branche erfolgreich zu sein: Vom Umgang mit Hand- und Maschinenwerkzeugen über das Anfertigen und Montieren von Möbeln, Türen und Fenstern bis hin zur Oberflächenbehandlung und technischen Zeichnungen. Diese Flexibilität und Vielfältigkeit sind Teil des Rezepts, warum das Tischlerhandwerk so hoch im Kurs steht.
In der ersten Lehrjahresphase stehen die Grundlagen der Holzbearbeitung im Vordergrund und einfache Produkte werden hergestellt. Im zweiten Jahr erweitern die Lehrlinge ihr Können mit komplexeren Arbeiten und einer Zwischenprüfung. Um das finale Ziel – die Gesellenprüfung – zu erreichen, finden im dritten Jahr die Spezialisierungen statt. Die Vergütung während der Ausbildung variiert je nach Jahr und Ausbildungsort und liegt zwischen 525 und 922 Euro monatlich. Nach Abschluss der Ausbildung können Tischler mit einem monatlichen Gehalt von 1.700 bis 3.200 Euro rechnen.
Berufliche Perspektiven
Die Perspektiven für ausgebildete Tischler sind vielversprechend. Sie können nicht nur in Betrieben arbeiten, sondern haben auch die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen. Ein Meistertitel, den man in einer Weiterbildung erwerben kann, eröffnet weitere Möglichkeiten, wie die Betriebsleitung oder die Ausbildung von Lehrlingen. In den letzten Jahren haben zahlreiche steirische Lehrlinge bei nationalen und internationalen Wettbewerben glänzen können, was die hohe Qualität der Ausbildung unterstreicht.
In einer Zeit, in der Handwerksberufe immer wichtiger werden, ist es für die Zukunft entscheidend, den Nachwuchs zu fördern und ihm die Möglichkeiten zu bieten, die für das Überleben und die Entwicklung des Tischlerhandwerks nötig sind. Die nachhaltige Arbeit mit Holz verbessert nicht nur die Lebensqualität in den Gemeinden, sondern sichert auch die Wirtschaftskraft dieser starken Region. In der Südoststeiermark bleibt das Tischlerhandwerk somit ein unverzichtbarer Wirtshafts- und Arbeitgeber.
Für all jene, die sich für eine vielfältige und kreative berufliche Laufbahn im Tischlerhandwerk interessieren, stehen die Türen weit offen. Mit der passenden Ausbildung und einem guten Händchen für Holz kann man nicht nur ein erfüllendes Berufsleben führen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Die Zukunft des Tischlerhandwerks ist also vielversprechend und wartet darauf, von neuen Talenten entfaltet zu werden.
Die Informationen wurden von MeinBezirk, Jobs Regional und Handwerk.de bereitgestellt.