In der malerischen Südoststeiermark, genauer gesagt in Johnsdorf-Brunn, steht das historische Schloss Hantberg, das nun im Mittelpunkt eines Konkursverfahrens steht. Am Donnerstag wurde das Verfahren über das Vermögen der Green Castle Hantberg GmbH am Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz eröffnet. Die GmbH gehört zur umstrittenen Green Finance Group AG aus Liechtenstein, die sich derzeit in der Schusslinie der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) befindet. Die Ermittlungen richten sich gegen mehrere Entscheidungsträger der Gruppe wegen Verdachts auf Untreue und betrügerische Krida, was von den Beschuldigten jedoch bestritten wird.
Das Schloss Hantberg wurde ursprünglich im Privatbesitz gehalten, bevor es an die Green-Finance-Gruppe verkauft wurde. Der Unternehmensgegenstand der Green Castle Hantberg GmbH umfasst den Besitz, den Betrieb, die Entwicklung und die Vermietung des Schlosses sowie der umliegenden Liegenschaften, die insbesondere für Veranstaltungen und Hochzeiten genutzt wurden. Im Geschäftsjahr 2024 belaufen sich die Verbindlichkeiten der GmbH auf 1,65 Millionen Euro, doch genauere Angaben zu Aktiva oder weiteren Verbindlichkeiten fehlen bisher. Gläubiger haben die Möglichkeit, ihre Forderungen bis zum 5. Mai 2026 über den Österreichischen Verband Creditreform anzumelden, wie Günther Moser bestätigt hat.
Ermittlungen und weitere Insolvenzverfahren
Das Konkursverfahren ist nicht das erste seiner Art, das mit der Green Finance Group in Verbindung gebracht wird. Es gibt bereits mehrere Insolvenzverfahren, unter anderem das des Hotel Römerstein in Henndorf. Diese Situation wirft Fragen auf, insbesondere da auch die Sun Contracting-Gruppe mit Verbindlichkeiten von insgesamt 91 Millionen Euro in den Schlagzeilen ist. Die WKStA führt derzeit umfassende Ermittlungen, die unter anderem Hausdurchsuchungen bei der Green-Finance-Gruppe zur Folge hatten.
Die Green Finance Group AG ist auch die Alleingesellschafterin der LVA24 Prozessfinanzierung GmbH, die ebenfalls in Konkurs gegangen ist. Auch hier wurden Gläubigerschutzverbände wie KSV1870 und Creditreform über die Situation informiert. Der Gesamtschaden beläuft sich auf über 115.000 Euro, und eine Sanierung ist nicht beabsichtigt. Die negativen Auswirkungen der Medienberichte und der Ermittlungen scheinen die Geschäftslage der Gruppe erheblich beeinträchtigt zu haben.
Der Blick in die Zukunft
Die Berichts- und Prüfungstagsatzung für das Konkursverfahren von Schloss Hantberg ist für den 19. Mai 2024 am Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz anberaumt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickeln wird und ob die Gläubiger ihre Forderungen in voller Höhe geltend machen können. In dieser angespannten Situation ist die Zukunft des Schlosses Hantberg ungewiss, und die Entwicklungen rund um die Green Finance Group AG werfen Schatten auf die allgemeine wirtschaftliche Lage in der Region.
Insgesamt zeigt der Fall von Schloss Hantberg, wie verwoben und fragil die Strukturen im Bereich der Unternehmensfinanzierung sein können. Es bleibt zu hoffen, dass die betroffenen Gläubiger eine Lösung finden und dass sich die rechtlichen Verhältnisse bald klären.