In der Südoststeiermark wurde das Musical „Geld oder Leben“ am Borg Feldbach aufgeführt, das mit einem bemerkenswerten Konzept begeistert. Die Inszenierung nutzt bekannte Songs der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV) und verwandelt sie in eine eigenständige Bühnenproduktion. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Gino und Mira, deren Erlebnisse Themen wie Sehnsucht, Träume und lebensverändernde Entscheidungen behandeln. EAV-Titel wie „Märchenprinz“, „Heiße Nächte in Palermo“, „Banküberfall“ und „Geld oder Leben“ tragen zur Handlung bei und geben ihr die notwendige dramaturgische Struktur. Die Darsteller überzeugen mit starker Bühnenpräsenz, klarer Rollenzeichnung und Ausdruckskraft.

Erwähnenswert ist das hohe Niveau, auf dem Schauspiel und Gesang präsentiert werden, mit gut intonierten Solopassagen und eindrucksvollen gemeinsamen Gesangsnummern. Die Inszenierung hebt sich durch einen hohen Grad an Eigenleistung hervor; Drehbuch, Regie, Bühnenbild, Kostüme und Requisiten wurden von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrenden erarbeitet. Rund 100 Mitwirkende sind an diesem beeindruckenden Projekt beteiligt. Thomas Spitzer, ein Mitglied der EAV, hat das Projekt per Video anerkannt und gewürdigt, was die Bedeutung der Aufführung unterstreicht. Die Kombination aus humorvollen und emotionalen Szenen, unterstützt durch bunte Kostüme und ein fantasievolles Bühnenbild, macht „Geld oder Leben“ zu einem Beispiel für gelungene kulturelle Bildungsarbeit, die Talente sichtbar macht und die Gemeinschaft stärkt. Weitere Informationen finden Sie auf steiermark.orf.at.

Theater als Kulturform

Der Begriff Theater ist eine vielschichtige Kunstform, die sich seit dem 18. Jahrhundert in Mitteleuropa mit der Etablierung des Bürgertums entwickelt hat. Theater umfasst nicht nur den Ort eines szenischen Ereignisses, sondern auch die Institutionen und Organisationen, die solche Ereignisse produzieren und präsentieren. In der Theaterwissenschaft gibt es keinen einheitlichen Theaterbegriff; die Bestimmung ist komplex und variiert stark. Theater wird als darstellende Kunst betrachtet und als spezielle Form sozialer Interaktion angesehen. Die Kommunikation im Theater erfolgt dabei über die Verkörperung von Figuren in einer speziellen Spiel- und Rahmungssituation, was es dem Publikum erlaubt, zwischen Alltagsrealität und der Fiktion der theatralen Wirklichkeit zu unterscheiden.

Theater bietet nicht nur Unterhaltung, sondern auch die Möglichkeit, die Alltagswirklichkeit aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Historisch gesehen wurde das Drama im humanistischen Schul- und Jesuitentheater als Mittel zur Ausbildung sozialer Kompetenzen genutzt. Heute bieten fast alle öffentlich geförderten Theater in Deutschland Programme für junge Zuschauer an, was die Relevanz von Theaterpädagogik unterstreicht. Diese wird als konzeptioneller Bestandteil der Theaterkunst betrachtet und nutzt verschiedene Formen, um Bildungsprozesse zu fördern. Prinzipien wie Teilhabegerechtigkeit, Partizipation und Interessenorientierung sind entscheidend für die Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen, die oft an den Ausdrucksformen der jungen Menschen anknüpfen muss.

Die Inszenierung von „Geld oder Leben“ am Borg Feldbach ist ein hervorragendes Beispiel für die Verbindung von Theater und kultureller Bildung, da sie nicht nur die künstlerischen Talente der Beteiligten fördert, sondern auch eine Plattform für die Auseinandersetzung mit wichtigen Lebensfragen bietet. Theater schafft Räume, in denen Gemeinschaft entsteht und individuelle Talente sichtbar werden, was in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf kubi-online.de.