In der Südoststeiermark wird zurzeit eine lebhafte Debatte über den Schulbus in Kirchberg an der Raab geführt. Die Auseinandersetzung zwischen den Grünen und der FPÖ hat an Intensität zugenommen, insbesondere nachdem die Einstellung des Schulbusses rund 80 Kinder betrifft, die nun auf öffentliche Busse oder Eltern-Taxis angewiesen sind. Bürgermeister Helmut Ofner hat klargestellt, dass die Gemeinde rechtlich nicht verantwortlich ist, da der Gelegenheitsverkehr vom Bund finanziert wird. ÖVP-Chef Franz Fartek hat sich in die Diskussion eingebracht und will die Thematik auf Bundesebene anstoßen, um die Rahmenbedingungen für den Schülertransport zu verbessern. Dies ist besonders wichtig, da das Bundes-Familienlastenausgleichsgesetz von 1967 einen Schulweg von bis zu 2 km oder eine Wartezeit von bis zu einer Stunde als zumutbar definiert.
Die Grünen, vertreten durch die Gemeinderätinnen Katja Maurer und Julia Fellner, dokumentieren gefährliche Straßenabschnitte und sammeln Vorschläge von Eltern. Fartek verweist auf frühere Bemühungen seiner Partei zur Verbesserung der Sicherheit und Flexibilität im Schülertransport und fordert eine Weiterentwicklung der bundesgesetzlichen Rahmenbedingungen. Eine Notwendigkeit von mehr Flexibilität, Ermessensspielraum und langfristiger Finanzierung wird ebenfalls betont. Die ÖVP hat bereits Schritte unternommen, um die Sicherheit im Schülertransport zu erhöhen, unter anderem durch eine Budgeterhöhung von 22 Millionen Euro für den Schülergelegenheitsverkehr, die rückwirkend ab dem Schuljahr 2023/24 wirksam ist.
Finanzielle Rahmenbedingungen und Verbesserungen
Insgesamt stehen nun 120,8 Millionen Euro für den Schülergelegenheitsverkehr bereit. Die Vergütungen pro Kilometer werden um 7 Prozent erhöht, was etwa 7 Millionen Euro entspricht. Zusätzlich wurde eine außerordentliche Anpassung von 15 Millionen Euro beschlossen. Diese Gesamterhöhung im Vergleich zum Vorjahr beträgt mehr als 22 Prozent und hat zum Ziel, den sicheren Transport von Kindern in ländlichen Regionen zu gewährleisten, wo nicht genügend Linienverkehrsmittel zur Verfügung stehen. Rund 95.000 Schülerinnen und Schüler profitieren von dieser Förderung.
Ein weiterer bedeutender Schritt ist die Abschaffung des Pauschaltarifs für Beförderungen von 3 bis 4 Kindern; nun erfolgt die Vergütung zum vollen Kilometertarif. Auch die Vergütung für echte Leerfahrten wird von 60 Prozent auf 80 Prozent des Kilometertarifs angehoben. Ein Zuschlag für Allradfahrzeuge auf Bergstrecken wurde ebenfalls eingeführt. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Tarife für Schülerfreifahrten im Gelegenheitsverkehr seit dem Schuljahr 2020/21 um insgesamt 40,3 Prozent zu erhöhen.
Schulwegsicherheit im Fokus
Um die Sicherheit der Schulwege zu verbessern, hat die DGUV eine Umfrage unter Eltern und Lehrkräften durchgeführt, an der 1.015 Eltern und 1.036 Lehrkräfte teilnahmen. Diese Umfrage ergab, dass im ersten Halbjahr 2025 bereits 42.303 Unfälle auf dem Schulweg registriert wurden, was einen Anstieg von etwa 5 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Tempo-30-Zonen und verkehrsberuhigte Bereiche werden als förderlich für die Schulwegsicherheit angesehen. Die eigenständige Bewältigung des Schulwegs gilt als wichtigste Maßnahme zur Förderung der Verkehrssicherheit.
Die Umfrage ergab, dass 29 % der Eltern die Entfernung zur Schule ihres Kindes auf weniger als 2 Kilometer schätzen. Der durchschnittliche Schulweg beträgt 5 Kilometer, wobei Kinder mit einem Schulweg von weniger als 2 Kilometern überwiegend zu Fuß gehen. Tatsächlich legen 36 % der Kinder den Schulweg allein zurück, was die Bedeutung der Selbstständigkeit im Straßenverkehr unterstreicht. Dennoch sehen 65 % der Eltern „Eltern-Taxis“ als Problem, vor allem an Grundschulen.
In Anbetracht dieser Herausforderungen auf dem Schulweg ist es entscheidend, dass die politische Diskussion um den Schulbus in Kirchberg an der Raab und die damit verbundenen Sicherheitsaspekte weitergeführt wird. Die Einbindung der Gemeinden in die Gestaltung von Transportlösungen, wie von Fartek gefordert, könnte einen wichtigen Schritt in Richtung einer sicheren und flexiblen Schülerbeförderung darstellen. Der Weg zu einem sicheren Schulweg ist auch ein Weg zu mehr Selbstständigkeit für die Kinder und zu einem besseren Miteinander in der Gemeinde.
Für weiterführende Informationen zu diesem Thema, lesen Sie gerne die vollständigen Artikel: die Debatte über den Schulbus in Kirchberg an der Raab [hier](Quelle) und die aktuellen Entwicklungen zum Schülergelegenheitsverkehr [hier](Quelle). Zudem gibt es interessante Umfrageergebnisse zur Schulwegsicherheit [hier](Quelle).