In der malerischen Südoststeiermark feierte der Bienenzuchtverein Feldbach kürzlich sein 150-jähriges Bestehen im Gasthaus Amschl. Gegründet wurde der Verein im Jahr 1876 durch Johann Müller, einen Grundbesitzer aus Gniebing. Über die lange Geschichte des Vereins wurden Glückwünsche überbracht von wichtigen Persönlichkeiten wie Josef Ober, dem Stadtchef von Feldbach, Sonja Skalnik, der Vizebürgermeisterin, Peter Zangl, dem Bezirksobmann, und Werner Kurz, dem Präsidenten des Steirischen Landesverbandes für Bienenzucht. Für sein Engagement in der Honigproduktion und die ökologische Verantwortung wurde der Verein mit einer Ehrenurkunde der Stadt Feldbach ausgezeichnet.

Imkermeister Werner Kurz überreichte zusätzlich die Ehrenurkunde des Steirischen Landesverbandes an den Obmann Alois Rauch, der durch sein Engagement über 80 neue Mitglieder gewonnen hat. Aktuell zählt der Bienenzuchtverein Feldbach 115 Mitglieder, darunter 19 Frauen, und ist der größte Verein seiner Art in der Steiermark. Doch trotz der erfreulichen Entwicklung stehen der Bienenzucht und den Imkern auch Herausforderungen bevor, vor allem durch die Ausbreitung der asiatischen Hornisse (Vespa velutina) und die Auswirkungen des Klimawandels.

Die Bedrohung durch die Asiatische Hornisse

Die asiatische Hornisse ist nicht nur ein lokales Problem für die Imker in der Steiermark, sondern stellt eine zunehmende Bedrohung für Bienenvölker in ganz Deutschland dar. Laut dem Monitoring des Landeverbands Hessischer Imker (LHI) wurden im August 2023 bereits 25 Nester gemeldet, während im Jahr 2022 lediglich 2 Gründungs- und 7 Sekundärnester entdeckt wurden. Die Hornisse, die erstmals 2004 im Raum Bordeaux beobachtet wurde, hat seit ihrer ersten Feststellung in Deutschland im Jahr 2014 in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und später in Hessen an Verbreitung gewonnen.

Besonders gefährlich sind die asiatischen Hornissen für Bienenvölker, da sie 80-85% ihrer Beute aus Flugbienen beziehen. Ihr jagdverhalten ist perfide: Sie fangen Bienen vor dem Bienenstock und dringen dann in den Stock ein. Dies wird besonders kritisch im Herbst, wenn die Völker geschwächt sind. Die Hornisse baut sowohl Primär- als auch Sekundärnester, die ellipsenförmig und bis zu 100 cm hoch werden können. Die Verteidigung dieser Nester ist intensiv, und Stiche sind bei Annäherung wahrscheinlich.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Bekämpfungsmaßnahmen

Die asiatische Hornisse steht seit 2016 auf der Unionsliste der invasiven Arten der Europäischen Kommission. Nach der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 wird sie ab März 2025 als etabliert gelten, was bedeutet, dass die Meldepflicht entfällt. Dennoch wird empfohlen, Funde weiterhin zu melden, um die Ausbreitung der Art zu überwachen. Die Bekämpfung sollte geschulten Personen überlassen werden, um ungewollte Auswirkungen auf geschützte Arten zu vermeiden. Der Einsatz von Lockfallen, die nicht spezifisch sind, sollte ebenfalls vermieden werden, um ungewollte Beifänge zu verhindern.

Für die Imker in der Südoststeiermark ist die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung, um die Herausforderungen, die die asiatische Hornisse und der Klimawandel mit sich bringen, gemeinsam zu bewältigen. Zukünftige Initiativen und Unterstützungen von Gemeinden sowie der steirischen Imkerschule werden unerlässlich sein, um die heimische Bienenpopulation zu schützen und die Tradition der Bienenzucht in der Region fortzusetzen.

Für weitere Informationen zur asiatischen Hornisse und deren Bekämpfung können Interessierte die Webseiten des Hessischen Imker und des Umweltbundesamtes besuchen.