Am 5. Februar 2026 wurde die Steiermark zum Schauplatz eines bedeutenden Sicherheitsgipfels, der die jüngsten Ereignisse in Berlin in den Fokus rückte. Anfang Januar 2026 kam es zu einem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz, mutmaßlich verübt von einer linksextremistischen Organisation. Dieser Vorfall führte zu tagelangen Stromausfällen, die 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe im Südwesten Berlins betrafen. Der Landeshauptmann der Steiermark, Mario Kunasek, lud Experten zu dem Gipfel „Blackout und Extremismus“ ein, um über die reale Gefahr von Blackouts und die Notwendigkeit von Vorbereitungen zu diskutieren. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.
Die Steiermark hat sich in der Vergangenheit als gut vorbereitet auf Stromausfälle erwiesen, mit durchschnittlich nur 20-30 Minuten Ausfall pro Jahr. Dies wurde von den Teilnehmern des Gipfels, darunter auch die Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und Landespolizeidirektor Gerald Ortner, hervorgehoben. Khom betonte die Bedeutung von Sicherheit und Versorgungssicherheit für Menschen und Unternehmen. In Anbetracht der komplexen Bedrohungslage durch Extremismus, die sowohl islamistische als auch rechtsextreme Elemente umfasst, wird die private Vorsorge als wichtige Säule zur Bewältigung von Stromausfällen angesehen.
Die Bedrohung durch linksextremistische Angriffe
Es ist wichtig zu verstehen, dass linksextremistische Gruppen in Deutschland jährlich Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe durch Sachbeschädigungen und Brandanschläge auf kritische Infrastrukturen (KRITIS) verursachen. Diese Angriffe gefährden nicht nur den Wirtschaftsstandort Deutschland, sondern haben auch direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung, etwa durch Strom- und Internetausfälle. Besonders häufig sind Sektoren wie Energie, Informationstechnik, Transport und Verwaltung betroffen. Die ideologischen Motive hinter diesen Angriffen reichen von Klimaschutz über Antimilitarismus bis hin zu Antirepression. Ein Beispiel für einen solchen Angriff ist der Brandanschlag auf zwei Strommasten in Berlin am 9. September 2025, der zu einem großflächigen Stromausfall führte. Mehr dazu erfahren Sie hier.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz arbeitet eng mit verschiedenen Behörden zusammen, um diese Angriffe auf KRITIS und Unternehmen zu untersuchen und Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Die Sicherheitslage wird durch die Tatsache verschärft, dass Deutschlands Stromnetz Schwachstellen aufweist, die leicht angreifbar sind. Experten warnen, dass die Versorgung von Stadtteilen und bedeutenden Unternehmen wie Dax-Konzernen gefährdet sein könnte. Im Januar 2026 setzten Attentäter in Berlin-Lichterfelde freiliegende Kabel in Brand, was zu einem fünf Tage andauernden Stromausfall führte.
Vorsorge und Schutzmaßnahmen in der Steiermark
Die Steiermark hat mit ihrem umfassenden Blackout-Plan, der seit 2024 in Kraft ist, eine Vorreiterrolle in der Blackout-Vorsorge eingenommen. Der Gesamtsteirische Blackout-Plan umfasst 48 Kapitel zur Blackout-Resilienz und wird regelmäßig evaluiert. Gesetzliche Maßnahmen zur Notstromversorgung in Pflegeheimen und zur Absicherung wichtiger Landeseinrichtungen sind bereits implementiert. Zudem bietet der Zivilschutzverband Schulungen zur Sensibilisierung der Bevölkerung für Stromausfälle an. Es wird auch über zukünftige Beratungen zu Themen wie der Notstromversorgung von Tankpumpen und Fahrstühlen nachgedacht.
Der jüngste Brandanschlag in Berlin hat die Notwendigkeit eines robusten Schutzes kritischer Infrastrukturen erneut verdeutlicht. Der Bundestag plant ein Gesetz zum Schutz kritischer Infrastruktur, das den Schutz der Stromnetze vor Angriffen stärken soll. Die Vorsitzende des Bundesverbands der Energiewirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae, betont, dass der physische Schutz dieser Infrastrukturen auf die politische Agenda gehört. Erfahren Sie mehr über die Sicherheitslage hier.
Insgesamt wird deutlich, dass die Sicherheit von Stromnetzen und kritischen Infrastrukturen nicht nur in der Steiermark, sondern in ganz Deutschland ein zentrales Thema ist, das sowohl präventive Maßnahmen als auch eine umfassende öffentliche Sensibilisierung erfordert.