Am Sonntagnachmittag ereignete sich im freien Skiraum am Stuhleck ein schwerer Unfall, der einen 18-jährigen tschechischen Skifahrer betraf. Der junge Mann hatte sich vom gesicherten Pistenbereich entfernt und war alleine in das unübersichtliche Gelände gefahren. Dort stürzte er vermutlich aufgrund von Schneeverwehungen und schlechter Sicht und zog sich eine schwere Oberschenkelverletzung zu. Leider konnte er nach dem Sturz nicht mehr selbstständig Hilfe holen.
Der Verunfallte lag etwa eineinhalb bis zwei Stunden im Schnee, bevor andere Skifahrer auf ihn aufmerksam wurden. Diese alarmierten gegen 14:00 Uhr die Rettungsleitstelle Steiermark über die reglose Person außerhalb der Piste. Die Bergung gestaltete sich jedoch als äußerst schwierig. Der starke Nebel machte eine Landung des Rettungshubschraubers Christophorus 3 nur im unteren Teil des Skigebiets möglich. Dadurch musste die Rettung unter widrigen Wetterbedingungen terrestrisch durchgeführt werden, was die gesamte Aktion verzögerte. Nach der notärztlichen Versorgung wurde der 18-Jährige schließlich in das Krankenhaus Wiener Neustadt überstellt.(Quelle) und (Quelle).
Herausforderungen bei der Rettung
Die Alpinpolizei Hochsteiermark und die Pistenrettung der Bergbahnen Stuhleck waren schnell alarmiert, doch die schlechten Witterungsbedingungen machten eine zügige Bergung nahezu unmöglich. Die Einsatzkräfte mussten sich durch die lokale Gegebenheiten kämpfen, um den Verletzten zu erreichen. Zudem waren die Skifahrer, die den Notruf abgesetzt hatten, beim Eintreffen der Rettungskräfte nicht mehr vor Ort, was die Situation zusätzlich komplizierte.
Die Alpinpolizei bittet daher um Hinweise von Zeugen, die den Unfall beobachtet haben oder die Ersthelfer sind. Diese können sich unter der Telefonnummer 059133/6200 bei der Polizeiinspektion Bruck an der Mur melden. Solche Vorfälle unterstreichen die Wichtigkeit von Sicherheitsvorkehrungen und verantwortungsbewusstem Verhalten auf den Pisten.
Ein Anstieg der Verletzungen im Skisport
Die Unfallanalyse 2023/2024 der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) zeigt, dass die Zahl der Verletzungen im alpinen Skisport nach der Pandemie ansteigt. Schätzungen zufolge benötigten etwa 46.000 bis 48.000 Skifahrer*innen medizinische Behandlung, und rund 7.000 erlitten so schwere Verletzungen, dass eine stationäre Behandlung notwendig war. Fast die Hälfte dieser Verletzten musste operiert werden. Dabei sind Kniegelenksverletzungen die häufigsten, gefolgt von Schulter- und Kopfverletzungen.(Quelle).
Um das Risiko von Unfällen zu reduzieren, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Dazu gehören gewartete Ski und Snowboards, korrekt eingestellte Bindungen und geprüfte Helme. Auch ein gezieltes Aufwärmen vor dem Skifahren kann dazu beitragen, das Verletzungsrisiko zu senken. Die FIS-Verhaltensregeln für sicheres Verhalten im Wintersport sind ebenfalls zu beachten. Rücksichtnahme auf andere, angepasste Geschwindigkeit und Hilfeleistung bei Unfällen sind nur einige der wichtigen Punkte, die jeder Wintersportler beherzigen sollte.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Sicherheit auf den Pisten nicht nur von den Bedingungen abhängt, sondern auch vom verantwortungsvollen Verhalten jedes Einzelnen.






