In der Steiermark haben die heftigen Schneefälle der letzten Tage nicht nur für eine winterliche Märchenlandschaft gesorgt, sondern auch für erhebliche Probleme. Am Freitag waren zahlreiche Feuerwehren im Einsatz, um die Folgen des Nassschnees zu bewältigen. Die hohe Last des Schnees ließ viele Bäume umstürzen und Äste abbrechen, die dann auf Straßen und Stromleitungen fielen. Autofahren wurde zu einer gefährlichen Angelegenheit. Der ÖAMTC meldete, dass die Steiermark für den Individualverkehr nicht mehr erreichbar sei; Autobahnen wie die A9 und A2 waren an mehreren Stellen gesperrt.

Die Situation war äußerst angespannt, da die Einsatzkräfte rund um die Uhr beschäftigt waren. Lkw blieben stecken, Straßen wurden gesperrt, und in einigen Gebieten fiel der Strom aus. Rund 7.700 Haushalte in den Bezirken Güssing und Jennersdorf waren ohne Strom. Auch die Zugs- und Flugverbindungen litten unter den heftigen Wetterbedingungen. In Linz kam es zu einem tragischen Vorfall, als ein Mann bei einem Räumungseinsatz von einem Minitraktor tödlich verletzt wurde. In Tirol, wo große Lawinengefahr herrschte, starb ein Wintersportler in Nauders, und ein Bus wurde von einer Lawine auf der Lechtalstraße geschoben. Die winterlichen Verhältnisse betrafen auch das Burgenland, wo 17 Straßenverbindungen vorübergehend gesperrt wurden.

Die Herausforderung der Schneelast

Die Schneelast, das Gewicht des Schnees auf einer Fläche, stellt eine bedeutende Herausforderung für Bauwerke in schneereichen Regionen dar. Sie beeinflusst die Statik und Tragfähigkeit von Gebäuden und muss bei der Planung unbedingt berücksichtigt werden. Insbesondere in Deutschland gibt es Normen wie die DIN EN 1991-1-3, die Vorgaben zur Berücksichtigung von Schneelasten enthalten. Diese Normen basieren auf historischen Schneefall- und Wetterdaten und definieren Schneelastzonen.

Die aktuelle Situation in der Steiermark zeigt, wie wichtig es ist, die Schneelast richtig einzuschätzen. Faktoren wie Schneedichte, Schneehöhe und Temperatur spielen eine entscheidende Rolle. Bei Nassschnee kann die Dichte bis über 3,0 kN/m³ betragen, was die Last auf Dächer und andere Strukturen erheblich erhöht. Eine kontrollierte Schneeräumung ist erforderlich, wenn die zulässige Schneelast überschritten wird oder sichtbare Verformungen auftreten. Statiker können festlegen, ab wann geräumt werden muss und welche Bereiche zuerst entlastet werden sollten.

Wettereinflüsse und ihre Auswirkungen

Die aktuellen Wetterbedingungen verdeutlichen, wie Wetter- und Klimaeinflüsse Bauwerke belasten können. Gutachten zu Wind-, Eis- und Schneelasten sind wichtig, um Schadensfälle zu bewerten und die Planung von Bauwerken zu unterstützen. Diese Gutachten analysieren meteorologische Einwirkungen auf Bauwerke und helfen, die Sicherheit und Dauerhaftigkeit von Konstruktionen zu gewährleisten. Die Ermittlung standortbezogener Extremwerte der Schneelasten im Schadensfall ist dabei von zentraler Bedeutung.

Die schneereichen Tage in der Steiermark erinnern uns eindrücklich daran, wie wichtig eine fundierte Planung und das Verständnis für die Auswirkungen von Wetterphänomenen sind. Die Neuschneemengen von bis zu 42 cm in den letzten 24 Stunden auf dem Sonnblick und ähnliche Werte in anderen Gebieten sind kein Einzelfall. Solche Bedingungen wurden auch in den Jahren 2015, 2017 und 2023 beobachtet. Wenn wir die Lehren dieser Ereignisse ernst nehmen, können wir uns besser auf künftige Herausforderungen vorbereiten.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Wetter- und Schneelasten schauen Sie sich bitte die Berichte auf ORF.at, Statiker Berlin und DWD.de an.