In der Region Murau-Murtal sorgt die freiwillige Zusammenlegung der Feuerwehren Unzmarkt und Frauenburg für Aufsehen. Diese Fusion könnte als Vorbild für weitere Zusammenlegungen in der Umgebung dienen, doch laut Muraus Bereichsfeuerwehrkommandant Johann Ritzinger sind derzeit keine weiteren Fusionen geplant. Dies zeigt, dass trotz der positiven Resonanz auf die Fusion in Unzmarkt ein gewisses Zögern herrscht, wenn es um die Zusammenlegung anderer Wehren geht. Die Unterschiede in den Gegebenheiten der Gemeinden, wie zum Beispiel in St. Margarethen mit seinen weit voneinander entfernten Ortsteilen, erschweren eine einheitliche Lösung.

Erwin Grangl, der Bereichskommandant von Knittelfeld, merkt an, dass die Mitgliederzahlen in Knittelfeld stabil sind und die Jugend nachrückt. Daher besteht momentan kein Bedarf für Fusionen. Auch der Bereichskommandant Harald Schaden aus Judenburg bekräftigt, dass keine weiteren Fusionen geplant sind und solche Zusammenlegungen immer freiwillig geschehen müssen. In Fohnsdorf und Weißkirchen hingegen gibt es mehrere Feuerwehren, deren Zusammenarbeit gut funktioniert. Ritzinger hebt hervor, dass der Faktor Mensch als das wichtigste Gut der Feuerwehr gilt und aktuell keine Anzeichen für Fusionen zu erkennen sind. Geographie und Demographie spielen dabei eine große Rolle, insbesondere die weiten Wege im Bezirk Murau.

Die Zukunft der Feuerwehren in der Region

Obwohl die gegenwärtige Situation keine akuten Fusionen erforderlich macht, schließt Ritzinger die Möglichkeit für die Zukunft nicht aus. Die demografischen Herausforderungen, die auch in anderen Regionen zu spüren sind, könnten irgendwann zu einer Neubewertung der Notwendigkeit von Fusionen führen. In diesem Kontext ist es interessant zu betrachten, dass in Deutschland demografischer Druck auf die Feuerwehren ebenfalls steigt. Wie eine Studie von Prof. Dr. Doris Rosenkranz von der TH Nürnberg zeigt, ist das ehrenamtliche Engagement von großer Bedeutung für das deutsche Hilfeleistungssystem.

Die Studie hat ergeben, dass es zwar eine Zunahme an Kräften bei Freiwilligen Feuerwehren gibt, jedoch auch ernste demografische Herausforderungen bestehen. Diese Herausforderungen könnten langfristig zu einem Rückgang der aktiven Feuerwehrleute führen, insbesondere da die Prognose besagt, dass die Zahl der aktiven Feuerwehrleute in Bayern bis 2041 um mindestens ein Drittel sinken könnte. Gründe hierfür sind altersbedingte Ausscheidungen und sinkende Geburtenzahlen. Dies zeigt deutlich, dass der Handlungsdruck auf Entscheidungsträger zur Stärkung des Ehrenamts wächst.

Strategien zur Stärkung des Ehrenamts

Die Studie hebt zudem hervor, dass es notwendig ist, neue Zielgruppen für die Freiwilligen Feuerwehren zu gewinnen und das Engagement strategisch zu gestalten. Ehrenamtliche Feuerwehrleute wünschen sich mehr Anerkennung und Sichtbarkeit in der Gesellschaft, was auch auf die Wichtigkeit der Aufklärung über die Aufgaben und den Zeitaufwand des Ehrenamts hinweist. Ein Vorschlag für ein „Strategisches Freiwilligenmanagement“ könnte helfen, die Personalentwicklung zu verbessern und den Herausforderungen der Zukunft besser zu begegnen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Feuerwehren in der Region Murau-Murtal momentan nicht unter Druck stehen, Fusionen durchzuführen. Dennoch sind die demografischen Veränderungen in der Bevölkerung ein Thema, das auch hier im Hinterkopf bleiben sollte. Künftige Entwicklungen könnten durchaus dazu führen, dass die aktuelle Stabilität neu bewertet werden muss. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf meinbezirk.at und steiermark.orf.at.