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In der kleinen Gemeinde Teufenbach-Katsch im Murtal ist ein Streit entfacht, der die Gemüter der Anwohner erheblich erhitzt. Der Abfallwirtschaftsverband Murau (AWV) plant den Neubau einer Kompostanlage, und viele Bürger fühlen sich übergangen. Eine neu gegründete Bürgerinitiative hat bereits mehr als 160 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt und bringt zahlreiche Bedenken vor, die von massiver Geruchsbelastung bis hin zu drohender Naturzerstörung reichen. Die Initiative kritisiert zudem die fehlende Transparenz im Genehmigungsverfahren und das Gefühl, dass die Bevölkerung mit einem bereits fortgeschrittenen Projekt konfrontiert wird. Ein Missverständnis bei einer Bürgerversammlung Ende Januar, bei der fälschlicherweise von einer Erweiterung der bestehenden Anlage die Rede war, hat die Situation weiter angeheizt.

Das geplante Projekt sieht vor, eine neue Kompostanlage mit einer Kapazität von bis zu 8000 Tonnen jährlich zu errichten. Bisher waren lediglich 2000 Tonnen genehmigt. Die neue Anlage soll auf einer Fläche von rund 1,7 Hektar im Auwald eines Naherholungsgebiets entlang der Mur gebaut werden. Dies stellt für die Anwohner eine erhebliche Sorge dar, da die Fläche gerodet und hochwassersicher aufgeschüttet werden müsste. Die Bürgerinitiative befürchtet nicht nur eine erhebliche Geruchsbelastung durch die Vervierfachung der Kapazität, sondern auch, dass die Natur in diesem sensiblen Gebiet stark beeinträchtigt wird.

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Bedenken der Anwohner und rechtliche Aspekte

Die Informationspolitik des AWV steht ebenfalls in der Kritik; es wird bemängelt, dass nur angrenzende Grundstückseigentümer in die Verfahren einbezogen wurden. AWV-Obmann Thomas Kalcher weist den Vorwurf mangelnder Information zurück und betont die Notwendigkeit eines langfristigen Denkens. Er führt an, dass die Pacht für das bisherige Grundstück sich verdoppelt hat und ein Neubau wirtschaftlich sinnvoller sei. Das Ziel besteht darin, die regionale Verwertung biogener Abfälle zu fördern und Transporte zu vermeiden. Ein Geruchsgutachten, das keine stärkere Belastung als bisher erwarten lasse, liegt bereits vor. Dennoch bleibt die Skepsis unter den Anwohnern bestehen.

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Um den Konflikt besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf rechtliche Rahmenbedingungen, die in ähnlichen Fällen Anwendung finden. Ein Beispiel aus einem Urteil des Landgerichts München I vom 23. Dezember 1986 zeigt, wie in nachbarlichen Gemeinschaftsverhältnissen Abwägungen getroffen werden müssen. In diesem Fall verlangte ein Kläger, der mit Terrasse und Kinderspielplatz neben einer Kompostanlage lebte, die Verlegung des Komposts des Nachbarn. Der Kläger konnte aufgrund der Grundstücksgröße seinen Spielplatz nicht verlegen, während der Nachbar nicht überzeugend darlegen konnte, warum er die Kompostanlage an der Grundstücksgrenze errichtet hatte. Solche Urteile verdeutlichen, wie wichtig die Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten ist, insbesondere wenn es um Geruchsbelästigungen geht, die die Lebensqualität der Anwohner beeinträchtigen können. Weitere Informationen zu dieser Thematik finden sich in einem Beitrag über Geruchsbelästigung durch Komposthaufen, der die rechtlichen Rahmenbedingungen näher beleuchtet (Mein schöner Garten).

Ausblick und weitere Schritte

Das Projekt der Kompostanlage in Teufenbach-Katsch befindet sich noch im Genehmigungsverfahren, und die Bürgerinitiative hat bereits in der letzten Februarwoche ihre gesammelten Unterschriften an die Gemeinde übergeben. Eine weitere Bürgerversammlung mit der Gemeinde ist geplant, um den Dialog zu fördern und weitere Informationen zu teilen. Vizebürgermeister Peter Panzer hat den Beschluss zum Ankauf der erforderlichen Grundstücke in der Verbandsversammlung des AWV Murau im November 2025 bestätigt. Die geplante Informationsveranstaltung könnte ein wichtiger Schritt sein, um die Bedenken der Bürger ernst zu nehmen und eine Lösung zu finden, die sowohl den ökologischen als auch den sozialen Aspekten Rechnung trägt.

Obwohl der AWV die Notwendigkeit des Projekts betont, bleibt die Frage, wie die Bedürfnisse der Anwohner und die Umweltinteressen in Einklang gebracht werden können. In einer Zeit, in der nachhaltige Abfallwirtschaft immer wichtiger wird, ist es entscheidend, die Perspektiven aller Beteiligten zu berücksichtigen und transparent zu kommunizieren. Für die Anwohner in Teufenbach-Katsch könnte es nun darauf ankommen, einen konstruktiven Dialog zu finden, um sowohl den ökologischen Fortschritt als auch die Lebensqualität in der Region zu sichern.