In einer beispiellosen Betrugsaktion haben acht junge Männer das digitale Pfandsystem am Red Bull Ring manipuliert und sich so Tausende Euro ergaunert. Diese dreiste Masche, die sich über ein einziges Wochenende erstreckte, brachte einem der Angeklagten allein 5600 Euro ein. Ihr Vorgehen war so raffiniert, dass sie sich nun wegen „betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs“ vor Gericht verantworten müssen. Der Richter hat den Männern die Möglichkeit angeboten, durch gemeinnützige Arbeit und Schadensgutmachung Diversion zu beantragen. Eine Anstellung am Red Bull Ring ist für die Angeklagten jedoch ausgeschlossen, wie berichtet wird (Kleine Zeitung).
Solche Betrugsmaschen sind nicht nur ein Einzelfall. Auch in anderen Regionen Deutschlands und Österreichs gibt es immer wieder Berichte über ähnliche Vorgehensweisen. Supermarktmitarbeiter zeigen sich empört über die dreisten Pfandbetrüger und deren unangemessene Angewohnheiten. Ein Beispiel ist ein 33-Jähriger aus Nürnberg, der durch ehrliches Pfandsammeln seinen Familienurlaub finanzierte. Im Gegensatz dazu wurde in Marktleugast zwei Jugendlichen (14 und 16 Jahre) das Handwerk gelegt, als sie versuchten, mittels des sogenannten „Angeltricks“ Pfandflaschen mehrfach einzulösen. Diese Methode, bei der eine Angelschnur am Flaschenhals befestigt wird, wurde auch einem 54-Jährigen in Bayreuth zum Verhängnis, der mit ihr 75 Cent ergaunerte.
Die Raffinesse der Betrüger
Die Betrüger haben sich vielfältige Methoden einfallen lassen, um das Pfandsystem zu überlisten. So versuchte ein 57-Jähriger in Mecklenburg-Vorpommern, mit handgemalten Strichcodes Pfand zu kassieren, was ihm nicht gelang. Ein Getränkehändler in Köln manipulierte einen Pfandautomaten und erbeutete dabei unglaubliche 44.000 Euro mit nur einer Flasche. Ein weiteres Beispiel ist ein 27-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen, der es schaffte, 1,2 Millionen Euro zu erbeuten, indem er die Schredderfunktion der Automaten deaktivierte. Diese Fälle zeigen, dass der jährliche Schaden durch Pfandbetrug in der Wirtschaft auf Millionen Euro geschätzt wird, auch wenn genaue Zahlen oft schwer zu erfassen sind (InFranken).
Die Digitalisierung hat auch im Bereich des Pfandbetrugs neue Tatgelegenheiten geschaffen. Cyberkriminelle nutzen zunehmend digitale Infrastrukturen, um ihre Machenschaften zu verbergen. Laut dem Bundeslagebild Cybercrime 2024 hat die Bedrohungslage im Cyberraum einen neuen Höchststand erreicht, wobei Cyberstraftaten, insbesondere aus dem Ausland, zunehmen. Die Aufklärungsquote bei Cybercrime-Delikten liegt nur bei 32%, was die Herausforderung für die Ermittlungsbehörden verdeutlicht. Die Polizei hat jedoch Maßnahmen ergriffen, um Täterstrukturen zu schwächen und den Schaden zu minimieren (Bundeskriminalamt).
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Pfandbetrug eine ernsthafte Herausforderung für die Wirtschaft darstellt. Die Kombination aus cleveren Betrugsmaschen und der zunehmenden Digitalisierung erfordert ein wachsameres Vorgehen, um solche Aktivitäten zu bekämpfen und die Integrität des Systems zu wahren.