Im Murtal wird derzeit an einem spannenden Projekt gearbeitet, das sowohl die Infrastruktur als auch die Natur aufwerten soll. In der Lässer Au in Knittelfeld wird eine neue Fußgängerbrücke gebaut, während gleichzeitig umfassende Renaturierungsmaßnahmen in dem Gebiet durchgeführt werden. Diese Initiativen zielen darauf ab, sowohl den Menschen als auch der Tierwelt einen Nutzen zu bringen und die Region nachhaltig zu entwickeln. Weitere Details können in einem Artikel auf meinbezirk.at nachgelesen werden.
Die neue Fußgängerbrücke wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Spielberg und Schülern der HTL Zeltweg erneuert. Bei einer Besichtigung der alten Brücke waren unter anderem Andreas Kopp von der Baubezirksleitung und Bürgermeister Harald Bergmann anwesend. Während der Bauarbeiten bleibt der Weg für Fußgänger begehbar, und es wird eine Ersatzbrücke bereitgestellt. Die Fertigstellung der neuen Brücke ist für Mitte März geplant.
Renaturierungsmaßnahmen für mehr Biodiversität
Die Renaturierungsmaßnahmen in der Lässer Au sind vielfältig und tragen zur Verbesserung des Lebensraums für verschiedene Tierarten bei. So werden neben sieben bestehenden Tümpeln fünf neue angelegt, um Lebensräume für Amphibien wie die Gelbbauchunke und den Feuersalamander zu schaffen. Auch seltene Libellenarten werden von diesen Maßnahmen profitieren. Darüber hinaus werden die Wege freigeschnitten und Neophyten wie Goldrute und japanischer Staudenknöterich entfernt. Die Aufforstung erfolgt mit einer Vielzahl von Baumarten, darunter Ahorn, Birke, Erle und Wildapfelbäume. Totholz bleibt vor Ort, um Insekten und Vögeln einen Unterschlupf zu bieten.
Flüsse und Gewässer sind entscheidend für die Landschaftsgestaltung und die biologische Vielfalt. Sie verändern nicht nur ihre Umgebung, sondern bieten auch wichtige Ökosystemleistungen. Ein Großteil der deutschen Flüsse ist jedoch in einem desolaten Zustand, was auf menschliche Einflüsse wie Begradigungen und Schadstoffeinleitungen zurückzuführen ist. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert, dass Fließgewässer bis spätestens 2027 in einen guten Zustand überführt werden. Renaturierungsmaßnahmen sind daher nicht nur wünschenswert, sondern notwendig, um naturnahe Landschaften wiederherzustellen und die natürlichen Prozesse in den Gewässern zu fördern.
Wirtschaftliche Impulse und Netzwerkarbeit
Parallel zu den ökologischen Initiativen investieren die Stadtwerke Judenburg über 16 Millionen Euro in die Netz-Infrastruktur im Murtal. Dies schließt unter anderem den Bau eines neuen Transformators im Umspannwerk Judenburg-West ein, was die Energieversorgung in der Region nachhaltig verbessert. Zudem fördert die Initiative „Frau in der Wirtschaft Murtal“ das Networking unter Unternehmerinnen, was einen weiteren positiven Impuls für die lokale Wirtschaft darstellt.
Insgesamt zeigt das Projekt in der Lässer Au, wie durchdachte Infrastrukturprojekte und Renaturierungsmaßnahmen Hand in Hand gehen können, um sowohl die Lebensqualität der Anwohner zu erhöhen als auch der Natur einen Raum zur Entfaltung zu geben. Solche Ansätze sind nicht nur für die Region Murtal wichtig, sondern könnten auch als Vorbild für andere Projekte in Deutschland und darüber hinaus dienen. Für weitere Informationen zur Bedeutung und den Herausforderungen von Renaturierungsmaßnahmen können Interessierte die Webseite des Deutschen Umwelthilfe besuchen.





