Heute ist der 6.02.2026 und im Murtal brodelt es in der Gastronomie. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Vida, Roman Hebenstreit, hat mit scharfer Kritik an der Gastro-Branche für Aufsehen gesorgt. Er spricht von einem „rekordverdächtigen Skandal hinter der Tourismus-Glitzerfassade“ und wirft der Branche systematischen Subventionsmissbrauch sowie Lohn- und Sozialdumping vor. „Die Abwälzung von Risiken auf die Allgemeinheit ist nicht hinnehmbar“, so Hebenstreit weiter. Diese Vorwürfe haben bereits die Wirtschaftskammer auf den Plan gerufen, während die Unternehmerin Sabrina Ferner aus Murau, Betreiberin des Rosenhofs, sich zu den Äußerungen nicht unkommentiert lassen möchte. Mehr dazu findet sich in einem Artikel der Kleine Zeitung.

Hebenstreit geht noch einen Schritt weiter und beschreibt die Situation im Tourismus und in der Gastronomie als problematisch. Er kritisiert ein System, das von Fehlentwicklungen und moralischer Schieflage geprägt ist. Während die Wirtschaftskammer und die Politik Rekorde bei Nächtigungen und Ankünften feiern, wird der eigentliche Skandal jedoch im Hintergrund sichtbar. So flossen Milliarden an Steuergeldern über die COFAG in die Branche, oft ohne jegliche Gegenleistung. „Konzerne erhalten hohe Förderungen, während sie gleichzeitig Dividenden ausschütten und Personal abbauen“, betont Hebenstreit. Dieses Vorgehen könnte letztlich die Finanzierung des Sozialstaats untergraben.

Die Schattenseiten des Tourismus

Ein weiteres Problem, das Hebenstreit anspricht, ist das systematische „Zwischenparken“ von Arbeitnehmer:innen beim AMS, das jedes vierte Tourismusunternehmen praktiziert. Dies führt zu jährlichen Kosten von bis zu 700 Millionen Euro für die Versichertengemeinschaft und drängt Beschäftigte in instabile Erwerbsbiografien. Die Arbeitsinspektion hat zudem Verstöße gegen Arbeitszeitregelungen, mangelhaften Jugendschutz und die Missachtung des Arbeitnehmer:innenschutzes dokumentiert. Die Gewerkschaft vida fordert daher strukturelle Reformen und ein Ende der staatlichen Unterstützung für unbelehrbare Betriebe.

Die konkreten Forderungen umfassen unter anderem ein Experience Rating in der Arbeitslosenversicherung sowie die Bekämpfung von Steuer- und Sozialbetrug. „Nur verantwortungsvolle Betriebe verdienen öffentliche Unterstützung“, so Hebenstreit. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die dringende Notwendigkeit, die Branche zu reformieren und die Bedingungen für Arbeitnehmer:innen zu verbessern.

Die Rolle des Tourismus in der Gesellschaft

Der Tourismus kann, trotz der aktuellen Herausforderungen, auch zur nachhaltigen Entwicklung in verschiedenen Bereichen beitragen. Er generiert Einkommen, schafft Ausbildungs- und Arbeitsplätze mit niedrigen Eintrittsbarrieren und bietet Absatzmöglichkeiten für lokale Produkte und Dienstleistungen. Eine moderne Infrastruktur ist dabei entscheidend, um zeitgemäße touristische Angebote zu ermöglichen. Die Einnahmen aus dem Tourismus können schließlich zur Verbesserung der Infrastruktur und damit zur Erhöhung des Lebensstandards beitragen.

Auch Umwelt- und Naturschutz spielen im Tourismus eine wichtige Rolle. Viele Unternehmen und lokale Gemeinschaften engagieren sich aktiv, um die Grundlagen für den Tourismus langfristig zu erhalten. Zudem zeigt sich, dass Reisende ein starkes Interesse an Kultur haben, was den Schutz und die Aufwertung des kulturellen Erbes fördert. Nicht zuletzt bietet die Tourismusbranche Frauen Zugang zum Arbeitsmarkt und ermöglicht oft soziale und politische Teilhabe. Weitere Informationen zu diesen Aspekten finden sich auf der Webseite des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.