Im Bezirk Murtal hat das Landeskriminalamt Steiermark zusammen mit Kollegen aus dem Burgenland gegen eine organisierte rumänische Tätergruppe ermittelt, die verdächtigt wird, große Mengen Kupfer aus Firmenobjekten in Europa gestohlen zu haben. Die Ermittlungen zogen sich über fast eineinhalb Jahre und umfassten insgesamt zwölf Einbrüche mit einem Gesamtschaden von rund 250.000 Euro. In diesem Zusammenhang wurden acht Rumänen im Alter von 29 bis 45 Jahren festgenommen. Die Männer sind laut Polizei mehrheitlich geständig.
Die Tätergruppe führte gezielte Einbrüche in verschiedene Firmen durch, wobei das gestohlene Kupfer in Kastenwägen abtransportiert und ins Ausland gebracht wurde. Dabei versteckten sie die Diebesware unter Decken, Planen und Alltagsgegenständen. Besonders aufsehenerregend war ein Vorfall am 10. Oktober 2024, als der rechte Hinterreifen eines überladenen Kastenwagens nach einem Einbruch in Fohnsdorf platzte. Die Täter ließen das Fahrzeug am Pannenstreifen der Brucker Schnellstraße (S6) stehen und flüchteten mit einem anderen Fahrzeug.
Internationale Zusammenarbeit und Festnahmen
Zwei Wochen nach dem Einbruch in Fohnsdorf wurde eine weitere Gruppe der Täter nach einem Diebstahl im Burgenland festgenommen. Am Grenzübergang Nickelsdorf/Burgenland konnten die Beamten rund 5,5 Tonnen Kupfer sicherstellen. Interessant ist, dass einer der Verdächtigen erst einen Monat zuvor aus einer Haftstrafe in Deutschland entlassen worden war. Dies wirft Fragen zur Rückfallquote und zur Effektivität von Rehabilitationsprogrammen auf.
Die Ermittlungen führten zu fünf EU-Haftbefehlen, die in Deutschland, Rumänien und den Niederlanden vollzogen wurden. Der letzte Verdächtige wurde schließlich nach Österreich ausgeliefert und in die Justizanstalt Leoben überstellt. Diese transnationalen Aktivitäten sind ein ernstes Problem, denn sie zeigen, wie gut organisiert und mobil solche kriminellen Gruppen sind.
Hintergrund zur organisierten Kriminalität
Die jüngsten Ereignisse sind Teil eines größeren Trends in Europa, wo im Jahr 2024 in Deutschland 647 Ermittlungsverfahren gegen Organisierte Kriminalität (OK) geführt wurden. Diese Zahl liegt um etwa 7% über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die Zahl der registrierten Tatverdächtigen sank zwar, doch die Gefahren durch gewalttätige Auseinandersetzungen und die Rekrutierung junger Menschen über soziale Medien nehmen zu. Organisierte Kriminalität verursacht immense finanzielle Schäden; allein im Jahr 2024 beliefen sich die Schäden auf etwa 2,64 Milliarden Euro, wobei Cybercrime einen signifikanten Teil ausmachte.
Die enge Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden in Europa ist entscheidend, um solche kriminellen Netzwerke zu zerschlagen. Verstärkt wird dabei auf die Auswertung dekryptierter Daten und die Nutzung internationaler Kooperationen gesetzt. Die aktuelle Situation zeigt, dass es unerlässlich ist, nicht nur auf die einzelnen Taten zu reagieren, sondern auch die strukturellen Bedingungen der organisierten Kriminalität zu verstehen und anzugehen.
Für weitere Informationen zu diesem Thema und den aktuellen Stand der Ermittlungen besuchen Sie bitte die Quelle sowie die zweite Quelle.
Diese Entwicklungen verdeutlichen eindringlich, dass die Bekämpfung der organisierten Kriminalität eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die sowohl präventive als auch repressive Maßnahmen erfordert.