In der kleinen Gemeinde Unzmarkt-Frauenburg, die etwa 1.200 Einwohner zählt, stehen die beiden eigenständigen Feuerwehren vor einer bedeutenden Veränderung. Bürgermeister Markus Schiffer (SPÖ) hat eine Diskussion über eine Fusion der Feuerwehren initiiert, die bereits in Ausschüssen und der Vollversammlung erörtert wurde. Angesichts der sinkenden Mitgliederzahlen, die durch den Rückgang der Bevölkerung bedingt sind, soll die Zusammenlegung der Feuerwehren Unzmarkt und Frauenburg die Einsatzbereitschaft langfristig sichern und Kosten sparen. Diese Maßnahme ist ein direktes Reaktion auf die demografischen Herausforderungen, die viele Freiwillige Feuerwehren in Österreich betreffen.

Ein neues Rüsthaus wird auf einem Gemeindegrundstück in der Nähe der Feuerwehr Unzmarkt errichtet, um die sanierungsbedürftigen alten Rüsthäuser zu ersetzen. Das alte Rüsthaus der Feuerwehr Unzmarkt wird künftig als Bauhof genutzt, während das Gebäude der Feuerwehr Frauenburg bereits Interessenten hat. Die Fertigstellung des neuen Rüsthauses ist für 2028 geplant, danach wird die neue Feuerwehr gegründet und die Fusion vollzogen. Diese Schritte sind entscheidend, um das ehrenamtliche Engagement in der Region zu stärken und die Sicherheitsversorgung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich in einem Artikel auf meinbezirk.at.

Ehrenamtliches Engagement in der Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Frauenburg hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche Einsätze bewältigt, darunter auch einen Holzhüttenbrand, bei dem die schnelle Reaktion des Teams Schlimmeres verhinderte. An einem Alarmierungsereignis am 9. Januar 2026 um 01:48 Uhr waren die Feuerwehren Unzmarkt und St. Georgen beteiligt, was die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen den Wehren unterstreicht. Auch der Brand des Waldhackgut-Zwischenlagers in Wallersbach am 28. Dezember 2025 erforderte den Einsatz von sechs Fahrzeugen und 28 Mann von beiden Feuerwehren, die sich gegenseitig unterstützten. Diese Einsätze zeigen die Notwendigkeit einer starken und gut aufgestellten Feuerwehr für die Sicherheit der Gemeinde.

Das ehrenamtliche Engagement ist nicht nur für die Feuerwehr, sondern für das gesamte Hilfeleistungssystem in Deutschland und Österreich von großer Bedeutung. Studien zeigen, dass die Anzahl der aktiven Feuerwehrleute in Bayern bis 2041 um mindestens ein Drittel sinken könnte, was auch auf altersbedingtes Ausscheiden und den Rückgang der Kinderzahl zurückzuführen ist. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, ist es wichtig, neue Zielgruppen für die Freiwilligen Feuerwehren zu gewinnen und das Engagement strategisch zu gestalten. Ehrenamtliche Feuerwehrleute wünschen sich mehr Anerkennung und Sichtbarkeit, um die Attraktivität des Ehrenamts zu steigern. Für weiterführende Informationen zu diesen Themen kann die Studie von Prof. Dr. Doris Rosenkranz von der TH Nürnberg auf behoerden-spiegel.de eingesehen werden.

Der demografische Druck auf die Feuerwehren erfordert ein Umdenken und eine gezielte Förderung des ehrenamtlichen Engagements, um auch in Zukunft Sicherheit und Schutz für die Bürgerinnen und Bürger gewährleisten zu können. In Unzmarkt-Frauenburg wird mit der Fusion der beiden Feuerwehren ein wichtiger Schritt in diese Richtung unternommen.