Heute ist der 5.03.2026. In der Lässer Au wird eine neue Fußgängerbrücke errichtet, die die Naturlandschaft in der Region bereichern soll. Trotz der Arbeiten bleibt der Weg für Spaziergänger durch eine Ersatzbrücke weiterhin begehbar. Die Fertigstellung der Brücke ist für Mitte März geplant. Diese Maßnahme ist nicht nur ein infrastrukturelles Projekt, sondern Teil umfangreicher Renaturierungsmaßnahmen, die den Lebensraum für zahlreiche Tierarten fördern werden.
Besonders interessant sind die fünf neuen Tümpel, die angelegt werden, um Amphibien wie die Gelbbauchunke und den Feuersalamander einen geschützten Lebensraum zu bieten. Auch seltene Libellenarten dürften von den bestehenden Wasserflächen profitieren und sich dort ansiedeln. Damit die Natur sich optimal entfalten kann, werden Wege freigeschnitten und gezielte Pflegemaßnahmen durchgeführt.
Umweltschutz und Biodiversität
Ein wichtiger Aspekt der Renaturierungsmaßnahmen ist die Aufforstung mit verschiedenen Baumarten. Hierzu zählen Ahorn, Birke, Erle, Esche, Weide, Wildapfel und Wildbirne. Totholz bleibt vor Ort, um als Nahrungsquelle für Insekten und Vögel zu dienen. Diese Maßnahmen stehen im Einklang mit den umweltschonenden Planungszielen der Bayerischen Straßenbauverwaltung, die ebenfalls ein Amphibienschutzprogramm verfolgt. In Bayern sind Amphibien stark gefährdet, da sie häufig Straßen überqueren müssen, was zu hohen Verlusten führt.
Die umfassende Erfassung aller Amphibienwanderwege an überörtlichen Straßen in Bayern wurde bereits 2006 in Kooperation mit dem Bund Naturschutz durchgeführt. Dieses Vorgehen ist einzigartig in Deutschland und dient als Vorbild für andere Bundesländer. Das Amphibienschutzprogramm von 2010 bis 2015 zielt darauf ab, 39 bedeutende Amphibienquerungen an Bundesfern- und Staatstraßen durch stationäre Schutzsysteme nachzurüsten. Insgesamt wurden dafür 11,4 Millionen Euro investiert.
Lebensräume und Korridore
Das Ziel dieser Programme ist nicht nur der Schutz der Amphibien, sondern auch die Verbesserung der Sicherheit auf den Straßen und die Erhaltung der Lebensräume. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat ein Konzept zur Erhaltung und Wiederherstellung von Wildtierkorridoren entwickelt. Dieses Konzept unterstützt den Bau von Grünbrücken, die die Trennwirkung von Straßen vermindern und die ökologische Durchlässigkeit erhöhen sollen. Dabei stehen Arten wie Luchs, Wildkatze und Rotwild im Fokus.
Die naturräumlichen Gegebenheiten Bayerns erlauben einen nahezu geschlossenen Waldkorridor von den nordbayerischen und ostbayerischen Mittelgebirgen bis zu den Nachbarländern. Die neuen Maßnahmen in der Lässer Au sind somit Teil eines größeren Puzzles, das darauf abzielt, die Biodiversität in der Region zu fördern und die Lebensräume für viele Tierarten zu verbessern. Solche Projekte sind unerlässlich, um die Natur für zukünftige Generationen zu bewahren und ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch und Tier zu ermöglichen.