In der malerischen Stadt Murau sorgt ein Fall für Aufregung, der exemplarisch für die Herausforderungen der Bürokratie in Österreich steht. Der Unternehmer Harald Mayr hat sich über die Höhen der Bürokratie beschwert, nachdem er seinen Firmenwagen auf ein Privatfahrzeug mit Wunschkennzeichen umgemeldet hat. Die Ummeldung kostete ihn rund 500 Euro, obwohl das Kennzeichen nicht neu vergeben wurde. Mayr kritisierte die fehlende automatische Übertragung des Kennzeichens und die damit verbundene erneute Gebührenerhebung, was er als absurd empfindet. Die Bürokratie wird auf das österreichische Kraftfahrgesetz zurückgeführt, und die lapidare Antwort des Bürgerservices, dass man nicht zuständig sei, hat ihn zusätzlich verärgert. Mehr dazu kann man in einem Artikel der Kleinen Zeitung nachlesen.

Doch wie sieht die Situation in Deutschland aus? Im Nachbarland wurde vor fünf Monaten die internetbasierte Kfz-Zulassung, auch bekannt als „i-Kfz“, eingeführt. Diese digitale Lösung hat das Potenzial, die Abläufe rund um die Fahrzeugzulassung erheblich zu vereinfachen. Voraussetzungen für die Online-Zulassung sind unter anderem ein Benutzerkonto bei „BundID“, ein onlinefähiger Personalausweis mit „eID-Funktion“ sowie eine elektronische Versicherungsbestätigung. Seit 2015 ist es bereits möglich, Fahrzeuge online außer Betrieb zu setzen, und seit 2019 können Privatpersonen auch An- und Ummeldungen durchführen. Allerdings bleibt die Nutzung bisher hinter den Erwartungen zurück: Im Herbst 2023 verdoppelte sich die Anzahl der Vorgänge auf 300.000, was im Vergleich zu den insgesamt rund 20 Millionen Vorgängen pro Jahr gering erscheint. Mehr Informationen dazu finden Sie in einem Bericht auf Tagesschau.de.

Die Herausforderungen der Digitalisierung

Trotz der Fortschritte gibt es einige Schwierigkeiten bei der Nutzung von „i-Kfz“. Unklarheiten über das Freilegen von Sicherheitscodes auf Fahrzeugscheinen führen zu Verwirrung bei den Nutzern. Eine Studie zeigt sogar, dass von 100.000 Aufrufen eines Portals nur 1.000 Anträge tatsächlich durchgeführt wurden. Zulassungsdienstleister berichten von hohen manuellen Aufwänden und ineffizienten Prozessen, während nur 100 von über 400 Zulassungsstellen „i-Kfz“ tatsächlich bearbeiten können. Hinzu kommen Cyber-Attacken, die die Funktionsfähigkeit mehrerer Zulassungsstellen beeinträchtigten. Wissenschaftler und Zulassungsprofis kritisieren die Digitalisierung und empfehlen, die Unterstützung von Zulassungsdienstleistern in Anspruch zu nehmen oder persönliche Termine in den Zulassungsstellen zu vereinbaren.

Die digitale Zukunft der Fahrzeugzulassung

Die digitale Fahrzeugzulassung, auch „i-Kfz“ genannt, soll jedoch nicht nur die Behördengänge für Bürger und Unternehmen vereinfachen, sondern auch die Verwaltung effizienter gestalten. Ab dem 1. September 2023 können Fahrzeuge online an-, ab- und umgemeldet werden, was als i-Kfz Stufe 4 bezeichnet wird. Dieses Projekt wurde vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) entwickelt. Die Umsetzung liegt jedoch in der Verantwortung der Länder und Kommunalverwaltungen. Für Großkunden, wie Autohäuser und Flottenbetreiber, wurde eine Großkundenschnittstelle (GKS) eingeführt, die es ihnen ermöglicht, deutschlandweit Zulassungen für sich und andere Personen durchzuführen. Weitere Informationen sind in den FAQs und Downloads auf der Webseite des KBA verfügbar, die unter KBA.de zu finden sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl in Österreich als auch in Deutschland die Bürokratie im Bereich der Fahrzeugzulassung vor großen Herausforderungen steht. Während in Österreich Unternehmer wie Harald Mayr mit hohen Kosten und bürokratischen Hürden konfrontiert sind, bemüht sich Deutschland, mit digitalen Lösungen wie „i-Kfz“ die Abläufe zu optimieren. Dennoch zeigt die Realität, dass der Weg zur vollständigen Digitalisierung noch viele Hürden birgt.