In einem überraschenden Schritt hat die KAGes, unter der Leitung von Vorstand Gerhard Stark, die Durchführung geplanter orthopädischer Eingriffe in den Krankenhäusern Bad Aussee und Rottenmann gestoppt. Diese Entscheidung wurde als Reaktion auf einen Vorfall getroffen, bei dem eine Skifahrerin mit einer Oberschenkelhalsfraktur nicht innerhalb der notwendigen 48 Stunden operiert wurde. Stattdessen wurden nur Patienten von Privatordinationen behandelt. Der Schritt soll sicherstellen, dass akute Notfälle nicht von geplanten Eingriffen verdrängt werden. Akutpatienten sind von dieser Regelung nicht betroffen, wie auch die Quelle von meinbezirk.at bestätigt.
Die Dienstanweisung, die alle nicht akuten orthopädischen Eingriffe betrifft, wurde durch den Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG 2030) außer Kraft gesetzt. Dieser sieht eine standortübergreifende Orthopädie und Traumatologie mit der Klinik Diakonissen in Schladming vor. Bürger in Bad Aussee äußern bereits Frustration über den Orthopädie-Stopp und vermuten einen Machtkampf zwischen dem Krankenhausbetreiber und der Politik. Es herrscht eine gewisse Resignation in der Bevölkerung, da viele befürchten, dass das Krankenhaus möglicherweise geschlossen wird.
Geplante Veränderungen in der Gesundheitsversorgung
In Bad Aussee wird zurzeit ein Zentrum für ältere Menschen mit Akutgeriatrie, Remobilisation, internistischer Ambulanz und 24/7-ärztlicher Versorgung eingerichtet. Darüber hinaus wird die Chirurgie am 1. April geschlossen, sofern die Kooperation mit Bad Ischl zustande kommt. Gesundheits-Landesrat Karlheinz Kornhäusl betont, dass die Akutversorgung oberste Priorität hat und Akutpatienten Vorrang vor geplanten Eingriffen genießen. Um auch nach der Schließung der Chirurgie eine adäquate Akutversorgung sicherzustellen, soll eine Akutambulanz in Bad Aussee eingerichtet werden.
Die Entscheidung, die geplanten orthopädischen Eingriffe zu stoppen, wurde nicht leichtfertig getroffen. Laut kleinezeitung.at wurde diese drastische Maßnahme notwendig, um zu verhindern, dass akut Verletzte aufgrund der Behandlung von Privatpatienten abgewiesen werden. Für die Mitarbeiter des LKH Bad Aussee wurde jedoch eine Beschäftigungsgarantie ausgesprochen, um deren Zukunft zu sichern.
Herausforderungen in der ländlichen Gesundheitsversorgung
Die aktuelle Situation in Bad Aussee wirft ein Licht auf die Herausforderungen, die die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen mit sich bringt. Die medizinische und pflegerische Versorgung ist ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge, und die Bevölkerung erwartet qualitativ hochwertige Gesundheitsdienstleistungen, unabhängig vom Wohnort. In ländlichen Gebieten gibt es jedoch oft weniger Gesundheitsversorgungseinrichtungen, was zu langen Anfahrtswegen für Patienten führt. Zudem sind spezialisierte Versorgungsleistungen häufig nicht oder nur begrenzt verfügbar. Dies wird durch die Tatsache verstärkt, dass ältere Menschen in ländlichen Regionen tendenziell eine höhere Krankheitslast aufweisen und mehr medizinische und pflegerische Versorgung benötigen.
Innovative Versorgungsmodelle sind notwendig, um die medizinische und pflegerische Versorgung in ländlichen Gebieten zu verbessern. Kooperationen zwischen Gesundheitsberufen, telemedizinische Leistungen und mobile Gesundheitsdienstleister könnten entscheidend zur Optimierung der Versorgung beitragen. Die Planung der medizinischen Versorgung sollte ebenfalls in die allgemeine Daseinsvorsorgeplanung integriert werden, um sicherzustellen, dass alle Bürger Zugang zu notwendigen Gesundheitsdienstleistungen haben, wie durch die Bundeszentrale für politische Bildung unterstrichen wird.