In Weißenbach bei Liezen tut sich aktuell viel im Bereich der Energieversorgung. Das Umspannwerk der Austrian Power Grid (APG), das seit 1958 in Betrieb ist, wird generalsaniert und gleichzeitig erweitert. Diese Maßnahmen sind nicht nur notwendig, um die Stromversorgung sicherzustellen, sondern auch um das Management erneuerbarer Energien zu optimieren. Die Arbeiten haben im Mai 2023 begonnen und sollen bis Ende 2029, Anfang 2030 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten für die Modernisierung belaufen sich auf rund 45 Millionen Euro, wie in einem Bericht der Kleinen Zeitung erwähnt wird.

Ein zentraler Punkt der Sanierung ist der neue 220/110-kV-Transformator, der als Ersatz für einen alten Transformator geliefert wurde. Mit einer Länge von 10,3 Metern, einer Breite von 3,7 Metern und einer Höhe von 4,6 Metern bringt dieser Koloss stolze 230 Tonnen auf die Waage. Um ihn sicher zum Umspannwerk zu transportieren, kam eine ferngesteuerte, selbstfahrende Plattform zum Einsatz, da ein Lkw-Transport aufgrund der engen und kurvigen Straßen nicht möglich war. Der Transformator wurde noch am selben Tag nach seiner Ankunft auf das neue Fundament gesetzt, und in den nächsten drei Monaten wird er aufgerüstet, um Mitte des zweiten Quartals in Betrieb genommen zu werden.

Erweiterung und Herausforderungen

Die Generalsanierung umfasst auch die Erneuerung von neun 220-kV-Schaltfeldern sowie die Installation eines zweiten neuen 220/110-kV-Transformators, der in ein oder zwei Jahren erwartet wird. Zudem wird eine Trafo-Löschanlage errichtet und eine Lagerhalle gebaut. Diese zusätzlichen Maßnahmen sollen die Stromversorgungssicherheit erhöhen und die gleichzeitige Nutzung beider Transformatoren ermöglichen.

Die spezielle Lage im Hang und die beengten Platzverhältnisse stellen die Bauarbeiten vor Herausforderungen. Um den Baustellenverkehr zu organisieren, hat die APG gemeinsam mit Partnerfirmen und der Stadtgemeinde Liezen ein Logistik-Konzept entwickelt. Anwohner werden durch Hinweisschilder über große Anlieferungen informiert, und temporärer Gegenverkehr mit Lastkraftwagen ist entlang der Zufahrtsstraße (Schalenweg) während der Bautätigkeiten vorgesehen, um die Arbeiten so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Die Rolle der APG und die Zukunft der Energieversorgung

Das Umspannwerk Weißenbach ist nicht nur ein wichtiger Knotenpunkt für die lokale Stromversorgung, sondern auch zentral für die 220-kV-Ennstalleitung von Liezen nach Wagrain. Diese Leitung spielt eine entscheidende Rolle beim Transport von überschüssiger erneuerbarer Energie nach Zentral- und Westösterreich. Die APG, als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber, sorgt dafür, dass die Stromversorgung in Österreich stets sicher bleibt. Im gesamten Netz, das etwa 3.500 Kilometer umfasst, gilt eine Versorgungssicherheit von 99,99 Prozent für 2024.

Die Modernisierung des Umspannwerks ist Teil eines größeren Plans, der auch den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und die Anpassung des Stromnetzes an die neuen Anforderungen der Energiewende umfasst. Die Bundesregierung hat eine „Roadmap Systemstabilität“ verabschiedet, um den Betrieb der Stromnetze mit 100% erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Diese Roadmap wurde mit dem Ziel entwickelt, die Herausforderungen der Energiewende zu meistern und die Komplexität des Stromversorgungssystems zu bewältigen, wie auf der Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums dargelegt.

Die laufenden und geplanten Investitionen der APG in Höhe von insgesamt 9 Milliarden Euro bis 2034 sind ein klares Zeichen dafür, dass Österreich auf dem richtigen Weg ist, um die Herausforderungen der Zukunft in der Energieversorgung zu meistern. Die Modernisierung des Umspannwerks Weißenbach ist dabei ein wichtiger Schritt, um die Weichen für eine nachhaltige und sichere Energiezukunft zu stellen.