In der malerischen Region des Gesäuses hat ein neues Forschungsprojekt mit dem Titel „Gesäuse im Fluss“ begonnen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die alpinen Flusslandschaften zu schützen und wiederherzustellen. Bei einer Informationsveranstaltung in Palfau nahmen rund 50 Teilnehmer teil, die sich über die Projektziele und -inhalte informierten. Die betroffenen Flüsse sind die Enns, Salza und Lassing, die nicht nur ökologisch bedeutend sind, sondern auch als Lebensraum für seltene Arten fungieren. Thomas Friess vom Ökoteam Graz erläuterte die Bedeutung dieser Gewässer und wies auf die Herausforderungen hin, die sich aus Nutzungskonflikten ergeben.

Das Projekt wird von einer Reihe namhafter Partner unterstützt, darunter die BOKU Wien, der Nationalpark Gesäuse, das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal und der UNESCO Global Geopark Steirische Eisenwurzen. In den Mittelpunkt der Forschung stellen die Wissenschaftler hydrodynamische Prozesse, den intakten Sedimenthaushalt sowie die Vereinbarkeit von Schutzgebieten mit Wasserkraft und Hochwasserschutz. Peter Flödl von der BOKU präsentierte zentrale Forschungsinhalte, die sich mit den Auswirkungen des Klimawandels, Mikroplastik-Einträgen und dem Konzept der Citizen Science beschäftigen. Dieses Projekt ist Teil des Förderprogramms „Earth System Sciences“ und wird in einer der ökologisch bedeutendsten Regionen Österreichs umgesetzt, mit dem Ziel, Modelllösungen zu entwickeln, die für den gesamten Alpenraum von hoher Relevanz sind. Weitere Informationen zu diesem spannenden Vorhaben finden Sie in einem Artikel auf meinbezirk.at.

Citizen Science und Gewässerschutz

Ein weiteres Beispiel für das Engagement in der Gewässerforschung ist das FLOW-Projekt in Deutschland. Laut dem Umweltbundesamt sind über 90% der Fließgewässer in Deutschland in einem schlechten ökologischen Zustand. Insbesondere fehlen belastbare Daten zu kleinen Fließgewässern mit Einzugsgebieten unter 30 km². Das FLOW-Projekt zielt darauf ab, durch bundesweites Citizen Science-Monitoring dieser kleinen Flüsse wertvolle Informationen zu gewinnen und die Bürger:innen aktiv in den Gewässerschutz einzubeziehen. Mit über 96 Freiwilligengruppen, die 137 Bäche untersuchten, zeigt das Projekt eindrucksvoll, wie Bürger:innen zur Verbesserung der ökologischen Situation beitragen können.

Das Projekt verfolgt vier zentrale Ziele: die Förderung der Bürger:innenbeteiligung, den Schutz von Fließgewässern und Insekten, den Aufbau von Kapazitäten und Netzwerken sowie wissenschaftliche Erkenntnisse über den ökologischen Zustand und Pestizidbelastungen in Bächen. Die Ergebnisse der ersten Phasen zeigen, dass 58% der landwirtschaftlich geprägten Bäche keinen guten ökologischen Zustand erreichen. Die hohe Genauigkeit der Citizen Science-Daten im Vergleich zu professionellen Daten könnte dazu beitragen, die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen. Für detaillierte Informationen über das FLOW-Projekt und seine Ziele können Sie die Website des Projekts besuchen: undekade-restoration.de.

Ausblick und zukünftige Veranstaltungen

Das FLOW-Projekt geht in die nächste Runde und startet mit dem Deutschen Angelfischerverband (DAFV) und dem UFZ/iDiv in die sechste Feldsaison. Für interessierte Bürger:innen werden Online-Infoveranstaltungen zur Durchführung eines FLOW-Monitorings angeboten, um offene Fragen zu klären und praktische Tipps zu geben. Diese finden am 31. Januar 2026 und am 3. Februar 2026 statt. Darüber hinaus werden Präsenzschulungen zur Makrozoobenthos-Bestimmung in mehreren Städten angeboten, und es wird nach Biolog:innen gesucht, die die Freiwilligengruppen unterstützen können. Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, können Sie sich über die angegebenen Kontaktmöglichkeiten informieren.

Insgesamt zeigt sich, dass sowohl in Österreich als auch in Deutschland eine engagierte Bürger:innenbeteiligung und wissenschaftliche Forschung notwendig ist, um die ökologischen Herausforderungen an unseren Gewässern erfolgreich anzugehen und nachhaltig zu bewältigen.